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Der Liedermacher Wolf Biermann : Berliner Staatsbibliothek übernimmt Archiv von Wolf Biermann

„Eine der wichtigsten Stimmen des Widerstands in der DDR“: Das Archiv des Dissidenten und Sängers Wolf Biermann wird nächste Woche der Staatsbibliothek übergeben.

Der Liedermacher Wolf Biermann : Berliner Staatsbibliothek übernimmt Archiv von Wolf Biermann

Wolf Biermann bei einem Konzert anlässlich seines 80. Geburtstags 2016 im Berliner Ensemble.Foto: Jörg Carstensen/dpa

Die Berliner Staatsbibliothek übernimmt das persönliche und berufliche Archiv des Liedermachers Wolf Biermann. Zu dem Konvolut, das am kommenden Dienstag, den 13. Juli, feierlich übergeben wird, gehören auch die Tagebücher des dissidentischen Dichters und Sängers.

Mit seinem Werk habe er wie kein anderer „die Zerrissenheit und die Vereinigung Deutschlands widergespiegelt“, heißt es in einer Mitteilung. „Er war eine der wichtigsten politischen Stimmen des Widerstands in der DDR. Mit seinen politischen Essays regte er im wiedervereinigten Deutschland wichtige Debatten an.“

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Staatsbibliothek gehört, konnte den Vorlass des 83-jährigen Künstler mit Hilfe der Kulturstaatsministerin und der Kulturstiftung der Länder erwerben.

Bei der Übergabe am Dienstag wird neben Bibliotheks-Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf und Stiftungspräsident Hermann Parzinger auch Wolf Biermann selber anwesend sein und Lieder und Gedichte vortragen. Die Festrede auf ihn hält der Philosoph Volker Gerhardt.

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Biermann war 1956 aus Hamburg nach Ost-Berlin gezogen und äußerte sich bald schon kritisch über die SED und die Unfreiheit in der DDR. Trotz Auftrittsverbot und Stasi-Schikanen erhob er aus seiner Wohnung in der Chausseestraße immer wieder seine Stimme, seine Platten und Bücher erschienen in Verlagen in der Bundesrepublik.

Seine Ausbürgerung im Jahr 1976 – er durfte von einem Konzert in Köln nicht zurückkehren – führte zu Protesten in Ost und West. Zahlreiche DDR- Kulturschaffende unterzeichneten die „Biermann-Petition“ und waren deshalb selbst Schikanen ausgesetzt. Der Dichter und Musiker lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau Pamela in Hamburg, fühlt sich aber Berlin nach wie vor verbunden. Tsp

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