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Debatte um Ausstattung der Berliner Feuerwehr : „Die Überlastung ist seit langem klar“

Die Gewerkschaft berichtet von Beschwerden aus den Reihen der Freiwilligen Kräfte. CDU-Haushaltsexperte Goiny fordert eine bessere Ausstattung.

Debatte um Ausstattung der Berliner Feuerwehr : „Die Überlastung ist seit langem klar“

Im Grunewald waren in der Nacht zu Freitag mehr Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr als der Berufsfeuerwehr anwesend.Foto: dpa/Christian Ender

Der Waldbrand rund um den Sprengplatz im Grunewald hat zu einer Debatte geführt, ob die Berliner Feuerwehr ausreichend aufgestellt ist. Christian Goiny, Haushaltsexperte der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, forderte eine bessere Ausstattung der Berliner Feuerwehr. Diese gehöre zur Bekämpfung des Klimawandels dazu, sagte er dem Tagesspiegel.

Den Brand im Grunewald will er als „Weckruf“ verstehen. „Die Berliner Feuerwehr und Forsten sind nicht für eine zunehmende Brandgefahr ausgestattet“, sagte Goiny. Bei längeren Einsätzen wie dem aktuellen werde außerdem sichtbar, wie dünn die Personaldecke sei.

„Die Überlastung ist seit langem klar“, sagte auch ein Sprecher der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) Berlin-Brandenburg. Ein Gutachten des Landesrechnungshofes weise einen Mehrbedarf von 1000 Stellen auf – und das unter normalen Bedingungen.

Aufgrund des Großaufgebots der Berufsfeuerwehr am Donnerstag hatten sich in Berlin auch Dutzende Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in den Dienst versetzt, um die Dienststellen in der Stadt zu besetzen. Der Sprecher der Feuerwehr-Gewerkschaft berichtet von Beschwerden aus Reihen der Freiwilligen Feuerwehr, weil sie so oft und regelmäßig für Wachbesetzungen angefordert werde.

Der Grund: Kollegen der Berufsfeuerwehr müssten Rettungswagen besetzen – und fehlten dann in der Brandbekämpfung. Tatsächlich waren nach offiziellen Angaben auch im Grunewald in der Nacht zu Freitag mehr Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr als der Berufsfeuerwehr anwesend.

Innenverwaltung sieht Berlin gut gewappnet

Niklas Schrader, Innenexperte der Linke-Fraktion, findet jedoch, dass Berlin bei der Feuerwehr in den vergangenen Jahren den richtigen Weg eingeschlagen habe. Für Großeinsätze sehe er aber noch den Bedarf, sich stärker mit dem Bund und anderen Bundesländern abzustimmen. „Hier könnten wir, etwa durch gemeinsam genutztes Material, eine effizientere Vorgehensweise erreichen“, sagte er.

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Die Senatsinnenverwaltung sieht Berlin gut gewappnet: „Die Feuerwehr ist grundsätzlich für alle vorhersehbaren Einsatzlagen in der Stadt gut aufgestellt“, sagte eine Sprecherin.

Konsequenzen aus dem Waldbrand könnten noch nicht beurteilt werden. Die Innenverwaltung verweist zudem auf 103 zusätzliche Stellen, die im Doppelhaushalt 2022/2023 für die Feuerwehr vorgesehen sind, davon 44 im feuerwehrtechnischen Dienst.

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