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Das Ringen um die ZDF-Intendanz : Norbert Himmler oder doch Tina Hassel?

Am Freitag entscheidet sich im ZDF-Fernsehrat, wer an die Spitze des Mainzer Senders rückt. Vielleicht sollte sich Favorit Norbert Himmler nicht zu sicher sein.

Das Ringen um die ZDF-Intendanz : Norbert Himmler oder doch Tina Hassel?

Tina Hassel, Studioleiterin und Chefredakteurin Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio und Norbert Himmler, Programmdirektor ZDF.Foto: dpa

Eigengewächs oder Zugang von außen? Norbert Himmler oder Tina Hassel? Das ist die große Frage, wenn am Freitagvormittag in Mainz die Wahl zur Nachfolge von ZDF-Intendant Thomas Bellut ansteht, der im März 2022 aus dem Amt scheidet. Erforderlich ist eine satte Dreifünftel-Mehrheit im 60-köpfigen Fernsehrat, was Himmler vielleicht nicht ganz so eindeutig zum Favoriten macht, wie er allerorts gesehen wird.

Der langjährige ZDF-Programmdirektor, 50, galt lange Zeit als der „natürliche“ Nachfolgekandidat Belluts, bis Ende Mai vollkommen überraschend Tina Hassel, 57, die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, ihren Hut in den Ring warf.

Das Job-Profil? Klar, der öffentlich-rechtliche Sender muss zukunftsfähig gemacht werden, linear wie nonlinear. Die Konzepte, die beide dem ZDF-Gremium vorgestellt haben (Stichworte: Stärkung der Mediatheken, Diversität, neue Formate, Verjüngung des Publikums, ohne ältere Zuschauer zu verprellen), scheinen sich nicht unbedingt diametral zu widersprechen.

Die Wahl soll um neun Uhr starten, weitere Wahlgänge nicht ausgeschlossen

Es dürfte vielmehr auf den persönlichen Geschmack der Wahlmänner und -Frauen ankommen. Fraglich ist, inwiefern die oft gescholtene Links-Rechts-Lagerbildung im öffentlich-rechtlichen Gremium zum Tragen kommt. Himmler gilt als Kandidat des konservativen-bürgerlichen Freundeskreises, Tina Hassel als Kandidatin des roten Freundeskreises. Dem Fernsehrat gehören Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Gruppen und der Politik an.

Gerade nach der Causa Brender samt Verfassungsgerichtsurteil sollte die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewahrt sein. Es sei „keine Entscheidung rot gegen schwarz“, sagte Bendix Lippe, mit 24 Jahren das jüngste Mitglied im ZDF-Fernsehrat, dem Branchenmagazin DWDL am Donnerstag.

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So der so, es wird spannend. Die Wahl soll um neun Uhr starten, weitere Wahlgänge nicht ausgeschlossen.

Und vielleicht hat Tina Hassel, sie wäre die erste Frau auf dem Chefsessel in Mainz, ja doch schon eine Niederlage mit einkalkuliert. Spekuliert wurde zuletzt darüber, ob die Vorstellung der ausgewiesenen Journalistin auf dem Lerchenberg ein Schaulaufen als Kandidatin für die Nachfolge von WDR-Intendant Tom Buhrow sein könnte.

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