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Das Debüt von Hansi Flick als Bundestrainer : Deutschland ist nicht Bayern

Beim Debüt von Bundestrainer Hansi Flick spielt die Nationalmannschaft nur 2:0 gegen Liechtenstein. Ein gravierendes Problem hat den Trainerwechsel überdauert.

Das Debüt von Hansi Flick als Bundestrainer : Deutschland ist nicht Bayern

Mittelstürmer? We want you. Auch Hansi Flick muss mit einem Problem fertig werden, mit dem schon sein Vorgänger Joachim Löw zu…Foto: AFP

In der jüngeren Vergangenheit hat der Deutsche Fußball-Bund einige seltsame Entscheidungen getroffen. Die Auswahl des neuen Bundestrainers zählt ganz sicher nicht dazu. Im Gegenteil.

Neben seiner fachlichen Kompetenz, die niemand bezweifelt, findet sich in Hansi Flicks Biografie unter dem Punkt Berufserfahrung die Tätigkeit als Cheftrainer beim FC Bayern München. Die Idee, den erfolgreichen Trainer des größten, wichtigsten und erfolgreichsten deutschen Klubs mit der Neugestaltung der etwas zerfledderten Nationalmannschaft zu betrauen, hat ohne Zweifel etwas Verführerisches. Auch weil die personellen Überschneidungen der beiden bedeutendsten Mannschaften des Landes immens sind.

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Für seine erste Länderspielreihe hat Flick acht Profis des FC Bayern München in seinen Kader berufen. Die Spieler kennen Flick, Flick kennt die Spieler – und die gegenseitige Wertschätzung ist immens. Und trotzdem hat der FC Bayern II gegen den Amateurvertreter Liechtenstein am Donnerstagabend nur ein dürres 2:0 zustande gebracht.

Die Nationalmannschaft war durchaus bemüht, aber genauso wirkte eben auch ihr Spiel gegen die ultramegahyperdefensiven Liechtensteiner: arg bemüht. Und so machte Flick gleich bei seinem Debüt eine Erfahrung, die auch seinen Vorgänger Joachim Löw durch die langen letzten Jahre seiner Amtszeit begleitet hat: Er kann noch so viele Bayern-Spieler nominieren, am Ende wird ihm immer exakt einer fehlen. Robert Lewandowski.

Dreißig Schüsse und nur zwei Tore

Dreißig Torschüsse wies die Statistik gegen Liechtenstein am Ende für die deutsche Mannschaft aus – aber nur zwei Tore. Flick hatte viele feine Füße auf dem Feld, die vergeblich nach einer Lücke im dichten Abwehrverbund ihres Gegners fahndeten. Für Plan B aber – Wucht, Wucht, Wucht – fehlte das Personal.

Der neue Bundestrainer hat keinen klassischen Mittelstürmer, der sich nur im Gewühl richtig wohl fühlt, keinen Lewandowski, keinen Haaland, keinen Weghorst, die in der Lage sind, die Ketten zu sprengen.

Dieser Zustand wird bereits seit Jahren beklagt. Und ebenso seit Jahren wird darauf verwiesen, dass im Nachwuchs mehr Wert auf die Ausbildung genau jener Positionen gelegt werden müsse, auf denen akuter Mangel herrsche.

Auch ganz oben beim DFB ist dieses Problem längst erkannt worden. Der Sportdirektor des Verbandes hat schon vor sechs Jahren über die fehlende Effizienz in der Offensive geklagt, über einen gefährlichen Hang zur nutzlosen Verspieltheit. Der Sportdirektor des DFB hat damals auch schon gemahnt, dass man Fehlentwicklungen auf bestimmten Positionen viel früher erkennen müsse, um entsprechend gegenzusteuern. Der Sportdirektor des DFB hieß damals Hansi Flick.

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