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Coronavirus in Berlin : Senat will schärfere Regeln beschließen – „Kultur darf nicht Sündenbock sein“

Sondersitzung am Freitag ab 10 Uhr + Reiserückkehrer aus Südafrika: Zwei Omikron-Fälle in Berlin bestätigt + Müller warnt vor hartem Winter + Der Corona-Blog.

Coronavirus in Berlin : Senat will schärfere Regeln beschließen – „Kultur darf nicht Sündenbock sein“

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) will Kultureinrichtungen offenhalten.Foto: Monika Skolimowska/dpa

Nach den Bund-Länder-Vereinbarungen vom Donnerstag wird der Berliner Senat am Freitag um 10 Uhr zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um für Berlin schärfere Corona-Regeln konkret zu beschließen. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) freute sich darüber, dass keine pauschalen Schließungen von Kultureinrichtungen nötig sind. „Die Kultur darf nicht wieder als Sündenbock herhalten, um lange gemachte Fehler der Politik auszugleichen“, sagte er dem Tagesspiegel. (Mehr dazu unten im Newsblog.)

Weitere Corona-Nachrichten:

  • Reiserückkehrer aus Südafrika: Zwei Omikron-Fälle in Mitte und Pankow bestätigt.
  • Regierender Bürgermeister Müller warnt: „Der Winter könnte härter werden als alles, was wir bisher erlebt haben“
  • Mehr Service: 2G beim Shoppen, 3G in der Bahn, Testpflicht im Club – diese schärferen Corona-Regeln gelten in Berlin.
  • Und noch mehr Service: Wie gut wirkt meine Corona­Impfung noch, wann brauche ich den Booster? Die Antwort gibt der Tagesspiegel-Impfschutzrechner
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Coronavirus in Berlin : Senat will schärfere Regeln beschließen – „Kultur darf nicht Sündenbock sein“

Senat will am Freitag Regeln verschärfen – Lederer: Kultur darf nicht Sündenbock sein

Der Berliner Senat berät am Freitag ab 10 Uhr bei einer Sondersitzung über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt. Schon bei der regulären Sitzung am Dienstag war unter anderem über Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und strengere Obergrenzen für Veranstaltungen gesprochen, aber noch nichts entschieden worden. Am Freitag will der Senat nun Beschlüsse fällen, nachdem Bund und Länder sich bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag auf eine Reihe strengerer Corona-Regeln im Kampf gegen die vierte Corona-Welle verständigt haben.
Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Dienstag Kontaktbeschränkungen in Aussicht gestellt, nach denen sich ein Haushalt nur noch mit maximal zwei ungeimpften Personen aus einem weiteren Haushalt treffen dürfte, Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt. Auf eine solche Regelung haben sich Bund und Länder am Donnerstag geeinigt. Kalayci hatte sich auch dafür ausgesprochen, Clubs und Bars zu schließen. Das soll bundesweit nun spätestens ab einer Inzidenz von 350 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen kommen.
Auf eine Schließung von kulturellen Einrichtungen wie Kinos und Theatern sowie von Restaurants hatte die Bund-Länder-Runde verzichtet. Allerdings sollen unabhängig von der Inzidenz nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben, möglicherweise auch nur mit negativem Test. „Ich bin erstmal erleichtert, dass der Beschluss keine pauschalen Schließungen aller Kultureinrichtungen erfordert“, sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Donnerstagabend. Einschränkungen seien nötig. „Es wäre aber vollkommen unangemessen gewesen, Kultur als Erstes einfach wieder dicht zu machen“, sagte Lederer. „Die Kultur darf nicht wieder als Sündenbock herhalten, um lange gemachte Fehler der Politik auszugleichen.“
Der Linken-Politiker erklärte, mit Lüftungsanlagen, erweiterten 2G-Regeln sowie ausgefeilten Hygienekonzepten seien Theater- oder Museumsbesuche sicher möglich. Nun müssten die Regeln auch kontrolliert und zudem das Impftempo bundesweit „massiv“ beschleunigt werden. „Jede Impfung schützt auch die Kultur.“ (mit dpa)
Was die Beschlüsse von Bund und Ländern für Berlin bedeuten, lesen Sie im folgenden Beitrag bei Tagesspiegel Plus.
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Zweiter bestätigter Omikron-Fall in Berlin

In Berlin ist nun ein weiterer Omikron-Fall bestätigt. Wie die Senatsverwaltung auf Twitter mitteilte, handle sich bei beiden Fällen um Rückkehrer aus Südafrika. Sie sind jetzt zu Hause in Quarantäne. Zudem gebe es in Berlin noch mindestens ein bis zwei weitere Verdachtsfälle, für die noch keine abschließende Bestätigung vorliege, sagte ein Sprecher zuvor. 
In der rbb-Abendschau sagte Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD), dass die Patienten in Mitte und Pankow leben. Sie seien beide Ende November aus Südafrika zurück gekehrt. Bisher gäbe es keine Anzeichen für eine Übertragung innerhalb Berlins, sagte Matz.
Der Senat appellierte über Twitter: „Noch ist unklar, ob und wie sich die Dynamik der Pandemie dadurch verändert. Aber: Es ist sowieso große Vorsicht geboten.“

Der Neuköllner Amtsarzt Nicolai Savaskan sagte in der Abendschau, dass er schärfere Corona-Regeln (abseits vom Impfen und bestehenden Hygieneregeln wie Masketragen, Lüften, Händewaschen) aufgrund der Omikron-Variante nicht für nötig halte.

Berliner Apothekenverband befürwortet Impfungen in Apotheken

Apotheker in Corona-Impfungen einzubeziehen, ist aus Sicht des Berliner Apotheken-Verbands der richtige Ansatz. „Ich finde es vernünftig vor dem Hintergrund hoher Inzidenzen und des großen Wunschs sich neu impfen oder boostern zu lassen“, sagte Verbandsvorsitzende Anke Rüdinger am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Aber eine solche Leistung kann sicherlich nicht von allen Apotheken angeboten werden.“ Bund und Länder hatten sich am heutigen Donnerstag verständigt, dass auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte Impfungen gegen das Virus vornehmen dürfen.

Rüdinger wies darauf hin, dass dafür zum einen die räumlichen Voraussetzungen gegeben sein müssten. „Wir müssen aber auch daran denken, dass die Apotheken seit Monaten am Limit arbeiten.“ Sie hätten in der Corona-Pandemie bereits zusätzliche Aufgaben übernommen. „Deswegen werden es etliche Apotheken auch aus personellen Gründen nicht schaffen können.“
Dennoch gebe es viele Apothekerinnen und Apotheker, die gerne impfen möchten und zum Teil auch schon im Rahmen des Modellprojekts Grippeimpfung dafür ausgebildet worden seien. Das gelte für knapp 200 Apothekerinnen und Apotheker – berlinweit gibt es rund 700 Apotheken. „Sie könnten relativ schnell loslegen“, sagte Rüdinger. „Wir sind aber auch dabei, zeitnah Schulungen vorzubereiten, damit auch die anderen Apothekerinnen und Apotheker, die gerne impfen möchten, aber die Qualifikation noch nicht erworben haben, schnellstmöglich in die Lage versetzt werden, das nachzuholen.“
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat sich dagegen ausgesprochen, Apotheken an der Impfkampagne gegen Covid-19 zu beteiligen. „Der Impfstoff reicht zurzeit nicht einmal für die impfenden Praxen. Da haben wir null Verständnis dafür, dass jetzt auch noch Apotheken mitimpfen sollen“, hieß es am Mittwoch aus dem KV-Vorstand. In Berlin liegt die Impfkampagne momentan in den Händen von mehr als 2500 Arztpraxen sowie den Impfzentren oder Impfstellen. „Dabei sollte es bleiben“, so die KV. (dpa)

Kinoverband fürchtet Insolvenzwelle ohne zusätzliche Hilfen

Der Kinoverband HDF Kino sieht ohne zusätzliche Unterstützung in der Corona-Zeit zahlreiche Häuser vor dem Aus. „Nach fast zwei Jahren Pandemie sind alle Reserven aufgebraucht“, sagte Verbandschefin Christine Berg am Donnerstag in Berlin. Die Politik müsse mit einer ausgeweiteten Überbrückungshilfe alle Kinostandorte unterstützen. „Ansonsten kommt im nächsten Jahr eine große Insolvenzwelle auf uns zu.“ Das Überleben der Kinos müsse gesichert werden, die „mit einem massiven Besucherrückgang seit der Einführung von 2G konfrontiert sind“. Bei 2G haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt.
Berg begrüßte nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern bundesweit einheitliche Standards. „Dies gibt sowohl den Kinos als auch unserem Publikum mehr Planungssicherheit und Orientierung.“ Diese Mindeststandards sollten nun möglichst einheitlich umgesetzt werden. Für ungeimpfte Kinder und Jugendliche solle es „Ausnahmeregelungen mit Maß“ geben. (dpa)

Berliner Clubs vor erneuter Schließung

Die Clubszene steht erneut vor Schließungen. Nach dem Bund-Länder-Beschluss vom Donnerstag bleiben Clubs und Diskotheken wegen des Ansteckungsrisikos ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 350 zu. In der Hauptstadt lag dieser Wert am Donnerstag bei 361,5. Damit müssen die Clubs schließen, sobald eine entsprechende Verordnung veröffentlicht ist.
Bei der Clubcommission traf die Entscheidung auf wenig Verständnis. Es werde alles getan, um Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Gäste zu schützen, hieß es. „Die Clubs sind nicht die Pandemietreiber“, sagte Lutz Leichsenring von der Clubcommission der dpa. Der Verband setzt nach einem entsprechenden Pilottest weiter auf eine Lösung mit PCR-Tests. Diese sollten auch bei der für Donnerstagabend geplanten 20-Jahr-Feier der Clubcommission eingesetzt werden.
Bei einer Schließung der Clubs werden diese ihre Teams wieder in Kurzarbeit schicken. Leichsenring geht davon aus, dass die Clubs eine solche Zeit bei entsprechender Unterstützung wieder überstehen können. Allerdings müssten sämtliche Kosten wieder vorfinanziert werden. (dpa)
Mehr über die Folgen der Bund-Länder-Beschlüsse für Berlin lesen Sie im folgenden Beitrag bei Tagesspiegel Plus. tagesspiegel

Berlins Regierender Bürgermeister: Der Winter könnte hart werden  

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat darauf hingewiesen, dass in der Corona-Pandemie noch schwierige Wochen zu erwarten seien. „Der Winter könnte härter werden als alles, was wir bisher in der Pandemie erlebt haben“, warnte Müller am Donnerstag nach Beratungen der Länderchefs mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und deren voraussichtlichem Nachfolger Olaf Scholz (SPD). Es sei deshalb richtig, dass Bund und Länder weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen beschlossen hätten. Damit könne gelingen, dass sich die Situation auf den Intensivstationen nicht weiter zuspitze, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK).
Müller räumte ein, dass etwa die bundesweite Einführung der 2G-Regel im Handel für die Händler keine einfache Situation sei. Danach dürfen in einer großen Zahl von Geschäften künftig nur noch gegen das Coronavirus Geimpfte oder von einer Infektion Genesene einkaufen. Müller sagte, er erlebe in Berlin, wo diese Regel bereits gelte, auch die Reaktionen vieler Kunden, die sich sicherer fühlten.
Mit den Ungeimpften sei eine Gruppe, die deutlich in der Minderheit sei, für die Mehrheit der Infektionen verantwortlich, so der SPD-Politiker. „Darauf muss man reagieren.“ Müller sagte, Geimpfte müssten Möglichkeiten haben, die Ungeimpfte nicht hätten. In den nächsten Monaten komme es aber nicht nur auf die Corona-Maßnahmen, sondern auch auf das Verhalten Aller an. „Jeder muss eigenverantwortlich handeln.“ (dpa)

Filmfestspiele dementieren Gerüchte um Verschiebung der Berlinale

Die Filmfestspiele Berlin haben Berichte über eine Verschiebung der Berlinale 2022 dementiert. „Wir möchten betonen, dass es keine Pläne gibt, das Festival oder den Markt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben oder virtuell stattfinden zu lassen“, hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme. Zuvor hatte das US-Magazin „Variety“ von einer Verschiebung vom geplanten Februar-Termin auf Juni des nächsten Jahres berichtet.

Der Artikel basiere auf unbekannten Quellen und Gerüchten, hieß es dazu bei der Berlinale. „Wir wissen nicht, woher diese Gerüchte stammen und wir möchten vermeiden, dass die Branche falsche Vorstellungen über die Form der Berlinale 2022 entwickelt.“ Neben Cannes und Venedig sei die Berlinale eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals und habe ihren festen Platz im Festivalkalender. Der European Film Market der Berlinale und der Marché du Film in Cannes seien „die wichtigsten Filmmärkte weltweit“.

Festival und Filmmarkt seien „nach wie vor“ als Präsenzveranstaltung unter 2G-Bedingungen geplant, also mit Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene. Eine Erweiterung auf 2G plus mit Maske, Abstand, Tests oder beschränkten Kapazitäten sei möglich. „Wie welche Option eingesetzt wird, werden wir in enger Abstimmung mit den Behörden entscheiden und umsetzen.“

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Tausende Besucher kommen normalerweise nach Berlin. Vor der Pandemie waren für die Filmvorführungen mehr als 300 000 Tickets verkauft worden. In diesem Jahr wurde die Berlinale wegen der Pandemie geteilt: Im Frühjahr konnten Fachleute online Filme schauen, erst verspätet im Sommer liefen Filme fürs Publikum. Diesmal soll es im Februar wieder ein Festival am Potsdamer Platz geben. (dpa)

Mehr Intensivbetten mit Covid-19-Patienten in Brandenburg

Die Intensivbetten in Brandenburger Krankenhäusern sind wieder stärker mit Covid-19-Patienten belegt. Ihr Anteil stieg auf 23,1 Prozent, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mitteilte. Am Mittwoch lag er bei 20,8 Prozent. Der Warnwert der Warnampel von 20 Prozent ist hierbei seit Dienstag überschritten. Damit ist eine Entspannung in den betroffenen Kliniken vorerst nicht in Sicht.

In Frankfurt (Oder) sind derzeit keine Intensivbetten mehr frei, wie aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin vom Donnerstag hervorgeht. Im Kreis Oberspreewald-Lausitz wiederum ist nur ein Intensivbett nicht belegt, in den Kreisen Barnim und Ostprignitz-Ruppin sowie in Brandenburg/Havel und Cottbus sind je drei Betten frei.
Die Zahl neuer Infektionsfälle sinkt zwar derzeit in Brandenburg, doch diese Entwicklung kommt in den Krankenhäusern mit Verspätung an. Bei der Zahl neuer Covid-19-Patienten in Krankenhäusern steht die Warnampel mit einem Wert von 4,5 noch auf Gelb, diese Kennzahl hat nach Einschätzung der Landesregierung aber einen Zeitverzug. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Warnampel trotz des Rückgangs auf 655 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tage weiter deutlich Rot. (dpa)

Berliner Gastro-Betreiber kritisieren Corona-Politik und fordern mehr Geld

Der Verein „Bars of Berlin“ kritisiert die Corona-Regeln, die der Gastronomie auferlegt werden. „Wir können machen, was wir wollen“, heißt es heute in einer Pressemitteilung: „2G, 3G, Abstände einhalten oder tausende Seiten von Anwesenheitsdokumentationen produzieren – am Ende sind wir doch wieder die Sündenböcke.“
Während nur wenige öffentliche Einrichtungen und Großunternehmen einem solchen „Auflagen-Stakkato“ ausgesetzt würden, schließe die Politik, sobald die Corona-Situation brenzlig werde, reflexhaft Bars und Restaurants. Seit anderthalb Wochen haben in Berlin nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu diesen Orten.
Der Verein bemängelt auch die Höhe der ausgezahlten Überbrückungshilfen. Er fordert die Übernahme aller Miet-, Lohn- und Betriebskosten. Geflossene Hilfsgelder sollten nicht versteuert werden müssen.
Außerdem solle ein „Unternehmerlohn“ eingeführt werden, „der sich an dem versteuerten Einkommen aus 2019 orientiert“. Weniger Bürokratie bei der Beantragung steht ebenfalls auf der Wunschliste der Gastro-Betreiber:innen. Binnen „14 Tagen nach Antragseingang“ sollten die Gelder ausbezahlt werden.
„Bars of Berlin“ appelliert an das Mitgefühl der Menschen: „Alle, die im gesamten Verlauf der bisherigen Pandemie wie gewohnt ihre Gehälter und Bezüge erhielten, können sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen, was es bedeutet, in dieser ganzen Zeit Woche für Woche und Monat für Monat um die eigenen Existenz zu ringen.

Erster Infektionsfall mit Omikron-Variante in Berlin bestätigt

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nun auch in Berlin nachgewiesen worden. Bei dem Betroffenen handle es sich um einen Rückkehrer aus Südafrika, sagte ein Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstag. Er sei jetzt zu Hause in Quarantäne. Zudem gebe es in Berlin zwei bis drei weitere Verdachtsfälle, für die noch keine abschließende Bestätigung vorliege.
Bei dem Rückkehrer aus Südafrika lag ein Verdacht vor, dass es sich um die neue Variante handeln könnte. Die „Berliner Zeitung“ berichtete, der Mann sei am Montagmorgen in Berlin angekommen und habe sich sofort nach Hause in die Isolation begeben. Zunächst habe ein PCR-Test den Verdacht wegen typischer Mutationen erhärtet. Eine sogenannte Genomsequenzierung bestätigte die Variante dann endgültig, wie der Sprecher der Senatsgesundheitsverwaltung sagte. „Es war zu befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass diese neue Variante auch in Berlin vorkommt.“
Welche genauen Auswirkungen sie hat, steht noch nicht fest. Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde von der Weltgesundheitsorganisation als „besorgniserregend“ eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass Omikron die Wirksamkeit der Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Omikron wurde bereits in mehreren Bundesländern bei Menschen nachgewiesen. (dpa)

Senat beschließt neue Corona-Maßnahmen am Freitag

In einer Sondersitzung will der Berliner Senat am Freitag (10 Uhr) schärfere Corona-Maßnahmen beschließen. Die grobe Richtung hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bereits am Dienstag vorgestellt. Mit einem Beschluss wollte man aber warten, bis sich Bund und Länder auf eine deutschlandweite Linie verständigt haben. Die Beratungen laufen zur Stunde.

Intensivbetten-Ampel in Berlin springt auf Rot

In Berlin bewegen sich die Corona-Zahlen weiter auf hohem Niveau, zwei von drei Corona-Ampeln zeigen auf Rot. 2544 Neuinfektionen wurden laut Lagebericht der Gesundheitsverwaltung von Donnerstag gemeldet, knapp 170 Fälle weniger als noch vor einer Woche, als der Wert im Lagebericht bei 2711 lag. Neun weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.
Die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin ist allerdings zurückgegangen. Der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag am Donnerstag laut Gesundheitsverwaltung bei 361,4 (Mittwoch: 370,2). zurückgegangen. Am Donnerstag vor einer Woche wurde ein Wert von 334,8 gemeldet. Die entsprechende Corona-Ampel zeigt weiterhin Rot. 
Die Corona-Ampel der Gesundheitsverwaltung zur Auslastung der Intensivbetten stieg am Donnerstag über den Wert von 20 Prozent und damit auf Rot. Demnach lag der Anteil der für Covid-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen bei 20,2 Prozent. Am Vortag hatte der Wert bei 19,6 Prozent gelegen, ebenso am Donnerstag vor einer Woche.
Die Ampel zur Hospitalisierungsinzidenz, die die Zahl der Krankenhaus-Einweisungen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche angibt, zeigte mit einem Wert von 4,4 auf Gelb.
In stationärer Behandlung befanden sich laut Lagebericht (Stand: Mittwochmittag) 705 Corona-Patienten, davon wurden 208 intensivmedizinisch versorgt.
Die Impfquote: Nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (Stand: Mittwochmorgen) sind 72,2 Prozent der Berliner mindestens einmal geimpft, vollständig geimpft sind 69,3 Prozent.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Brandenburg gesunken

Die Brandenburger Gesundheitsämter haben binnen eines Tages 2275 neue Covid-19-Fälle gemeldet. Das teilte das Robert Koch-Institut am Donnerstag in Berlin mit. Das waren deutlich weniger als am Donnerstag vergangener Woche, als die Infektionen mit 3813 einen Höchstwert erreicht hatten. Binnen eines Tages starben nach den jüngsten Zahlen 13 weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.
Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das Institut am Donnerstag mit 655,0 an nach 655,7 am Donnerstag vergangener Woche. Der Wert bildet ab, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich rechnerisch in den zurückliegenden sieben Tagen infizierten. Besonders hoch ist die Inzidenz in den Landkreisen Elbe-Elster (1305,8) und Spree-Neiße (1239,7). In Brandenburg/Havel liegt sie bei 305,4. (dpa)

Berlin könnte Kinder schon ab dem 13. Dezember gegen Corona impfen

Laut Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sollen fünf- bis elfjährige Kinder in Berlin auch schon vor einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gegen Corona geimpft werden können. Das sagte sie am Mittwoch dem RBB. 

Mit den Impfungen für Kinder in Berlin solle begonnen werden, sobald genug Impfstoff zur Verfügung stehe. Das könnte nun schon ab dem 13. Dezember der Fall sein, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch ankündigte.

Eigentlich hätten die Lieferungen erst eine Woche später eintreffen sollen. „Wenn der Impfstoff früher kommt, können wir auch früher in unseren Impfzentren impfen“, sagte Kalayci. Darauf habe man sich laut Kalayci auch mit den anderen Bundesländern verständigt.

Die Berliner Impfzentren seien darauf vorbereitet. Laut Karsten Hintzmann, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), könnte im Impfzentrum Tegel eine eigene Impfstraße für Kinder entstehen. Dies gab er bereits vor einer Woche bekannt. 

Berlins Gesundheitssenatorin: Das Impfen kommt zum Teil ins Stocken  

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat Zweifel daran geäußert, ob sich das Ziel erreichen lässt, bis Weihnachten bundesweit bis zu 30 Millionen Impfungen zu ermöglichen. „Ich begrüße das Ziel, aber es ist gefährdet“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Das Impfen komme zum Teil ins Stocken.

„Insbesondere die niedergelassenen Ärzte, aber auch die Impfzentren müssen sich darauf verlassen können, dass der Impfstoff auch kommt, der bestellt wird“, forderte Kalayci. „Ich erwarte vom Bundesgesundheitsminister besonders mit Blick auf die Ärztinnen und Ärzte Transparenz bei Bestellungen und Lieferungen.“
Bund und Länder hatten am Dienstag das Ziel bekräftigt, bis Weihnachten bis zu 30 Millionen Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen möglich zu machen. Ein neuer Bund-Länder-Krisenstab im Kanzleramt soll die Koordinierung der Impfkampagne mit Lieferungen und Verteilung übernehmen.
Kalayci hatte bereits am Dienstag die „Rationierung“ des Biontech-Corona-Impfstoffs durch den Bund sowie ausbleibende Lieferungen beklagt. Sowohl der Senat für die landeseigenen Impfzentren als auch die Ärzte bekämen nicht genügend Nachschub. Das führe bei vielen Patienten, die für Erst- und Auffrischungsimpfungen stattdessen den Impfstoff von Moderna bekommen sollen, zu Verunsicherung und höherem Aufklärungsbedarf. Kalayci hatte gewarnt, es dürfe nicht dazu kommen, dass die Rationierung von Biontech das Impftempo abschwäche. (dpa)

Senat: Restaurants sollen nicht geschlossen werden

Auch bei verschärften Corona-Maßnahmen sollen die Restaurants in Berlin geöffnet bleiben. Beim angekündigten Herunterfahren des öffentlichen Lebens wolle sich der Senat auf Clubs und Tanzlustbarkeiten konzentrieren. Das sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit. 

Die geschäftsführende Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Dienstag gesagt: „Wir waren uns heute ganz klar, wir müssen die Clubs schließen, wir müssen auch Bars schließen – überall, wo es eng wird, wo Menschen zusammen kommen und wir auch an den Infektionen sehen, dass es da einen Zusammenhang gibt.“ Bei anderen Freizeiteinrichtungen, wie Museen und Theatern, wird Kalayci zufolge über Schließungen nachgedacht. 

Berliner Chefärzte warnen vor Notbehandlung auf Intensivstationen

Weil die Kliniken viele Covid-19-Fälle versorgen, geraten andere „Behandlungen auf heutigem Niveau“ in Gefahr. Intensivmediziner appellieren deshalb an die Bevölkerung. (Hannes Heine) tagesspiegel

Corona-Inzidenz in Brandenburg sinkt erstmals seit rund vier Wochen

Erstmals seit rund vier Wochen ist die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Infektionsfälle in Brandenburg wieder leicht zurückgegangen. Der Wert sank von 727,8 auf 722,4, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervorgeht. Der Druck auf die Krankenhäuser sei jedoch weiter hoch, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) im Gesundheitsausschuss des Landtags. Der Anteil der Covid-19-Patienten lag mit 20,8 Prozent zwar etwas unter dem Wert vom Dienstag, aber immer noch über dem Alarmwert von 20 Prozent.
644 Menschen werden mit einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt, davon befinden sich mit Stand Dienstag 149 auf Intensivstationen, hiervon müssen 108 beatmet werden. Innerhalb eines Tages kamen 3316 neue bestätigte Corona-Fälle in Brandenburg hinzu. 24 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung wurden gemeldet.

In den Kreisen Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße liegt die Sieben-Tage-Inzidenz noch über 1000, nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit 948,4 aber nicht mehr in Cottbus. Die Stadt teilte dagegen am Mittwoch mit, dass der Wert aktuell bei 1027 liege. Die Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lagen in sechs Kreisen sowie Frankfurt (Oder) und Cottbus über der Marke 750 – dort gelten schon oder kommen noch nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte. (dpa)

Bildungsministerin: Schulen in Brandenburg sollen mit Präsenzunterricht im Regelbetrieb bleiben  

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will die Schulen trotz der angespannten Corona-Lage im Präsenzunterricht geöffnet lassen. Zwar seien die Corona-Infektionszahlen und damit die Sieben-Tage-Inzidenzen gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr hoch, sagte Ernst am Dienstagabend. Entscheidender sei aber die Tatsache, dass nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler in dieser Altersgruppe in Krankenhäusern behandelt werden müssten.

Die Ministerin zeigte sich zuversichtlich, dass die Schulen bis zu den Weihnachtsferien im Regelbetrieb bleiben können. Wechselunterricht wäre weniger effektiv als Präsenzunterricht und auch für Schulen sowie Lehrkräfte eine große Belastung, meinte sie. Denn diese seien schon durch die zahlreichen Lerngruppen in Quarantäne stark gefordert. Sprecher der rot-schwarz-grünen Koalitionsfraktionen im Landtag hatten dagegen am Dienstag angesichts der hohen Infektionszahlen Wechselunterricht als sinnvolle Maßnahme ins Gespräch gebracht.
Ernst verwies darauf, dass die Schulen künftig durch tägliche Corona-Tests noch sicherer gemacht werden sollen. Dazu sei aber eine europaweite Ausschreibung zur Beschaffung weiterer Tests notwendig. Für die derzeit drei Tests pro Woche seien eine gute Million Test notwendig und vorhanden. Für fünf Corona-Tests pro Woche seien dagegen rund 1,7 Millionen Tests notwendig. (dpa)

Andrang in Schönefeld: bis zu 500 Impfungen am Tag

Am ehemaligen Flughafen Schönefeld können sich Interessierte wieder gegen das Coronavirus impfen lassen. Am Mittwochvormittag herrschte bereits starker Andrang, wie die Sprecherin des Landkreises Dahme-Spreewald, Kathrin Veh, mitteilte. Verabreicht wird der Impfstoff Moderna. Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) sind damit bei allen Menschen ab 30 Jahren sowohl Erst- und Zweitimpfung als auch Auffrischungsimpfungen möglich.
Pro Tag sollen Veh zufolge zwischen 400 und 500 Impfungen vorgenommen werden. Es komme aber darauf an, wie sich die Impfdosen verteilen. Am Mittwoch hätten drei Impfstrecken ohne Terminvergabe geöffnet, am Donnerstag sollen sie auf fünf erweitert werden. Mit stetigen Impfstofflieferungen und der Wiedereinführung eines Terminmanagementsystems könne die Kapazität in den kommenden Wochen ausgebaut werden.
Aufgrund der bundesweiten Lieferengpässe können in Schönefeld derzeit keine Impfungen mit Biontech angeboten werden. Die Liefermengen waren deutlich gekürzt worden. Brandenburg erhält vom Bund den Impfstoff Moderna.
Unterdessen werden immer mehr Impfmöglichkeiten in Brandenburg eingerichtet. Seit Mittwoch hat laut dem Gesundheitsministerium in Eberswalde (Barnim) eine Impfstelle geöffnet, in der kommenden Woche sollen in Cottbus (7.12) und in Potsdam Impfzentren wieder reaktiviert werden. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) werden in der Landeshauptstadt die Metropolishalle und die Schinkelhalle für Impfungen öffnen. In Bernau (Barnim) ist seit dem 23. November eine Stelle für Corona-Schutzimpfungen in Betrieb. Auch im Corona-Hotspot Elbe-Elster sollen drei Impfstellen eingerichtet werden.
Inzwischen zeige sich beim Impfen im gesamten Land ein positiver Trend, berichtete Nonnemacher am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtages. In der vergangenen Woche seien weit über 100.000 Impfungen erfolgt und auch die ersten beiden Tage dieser Woche stimmten optimistisch. Am Dienstag waren es nach Angaben der Grünen-Politikerin 25.200 Impfungen, davon 20.000 zur Auffrischung. Aber auch der Anteil an Erstimpfungen steige. Der größte Teil des Vakzins werde in Arztpraxen gespritzt. (dpa)

Corona-Inzidenz in Berlin sinkt leicht – mehr als 200 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

Die Corona-Inzidenz in Berlin ist am Mittwoch leicht gesunken. Laut den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) lag die Zahl am frühen Morgen bei 370,3. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen nachweislich mit dem Virus infiziert haben. Am Vortag lag die Inzidenz noch bei 372,1. Am Mittwoch vor einer Woche waren es 348,6. Bei der bundesweiten Inzidenz war der Rückgang am Mittwoch noch stärker, sie sank auf 442,9 (Dienstag: 452,2,). Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen ist laut dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Mittwoch um neun gestiegen – auf nun 203.
Das RKI registrierte in Berlin derweil 2553 Neuinfizierte. Damit stieg die Gesamtzahl der nachweislich Infizierten in der Hauptstadt seit Beginn der Pandemie auf 276.984. Fünf weitere Todesfälle wurden im Zusammenhang mit Covid-19 gezählt. Damit sind seither nachweislich 3835 Menschen in Berlin an oder mit der Krankheit gestorben.
Eine wesentliche Rolle bei der politischen Beurteilung des Infektionsgeschehens spielt inzwischen die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Diese lag am Mittwoch bei 4,1 und damit höher als am Dienstag, als es noch 3,5 waren. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten lag am Mittwoch laut dem Lagebericht bei 19,1 Prozent. (mit dpa) 
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