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Coronavirus in Berlin : Michael Müller schließt neuen Lockdown nicht aus – muss ihn „gemeinsam verhindern“

Angriffe auf Personal eines Eisstadions wegen Corona-Kontrollen + Langes Anstehen für Booster-Impfung + Der Corona-Blog für Berlin.

Coronavirus in Berlin : Michael Müller schließt neuen Lockdown nicht aus – muss ihn „gemeinsam verhindern“

Berlins Noch-Bürgermeister Michael Müller appelliert an die Menschen, einen neuerlichen Lockdown gemeinsam zu verhindern.Foto: Michael Kappeler/Reuters

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schließt nicht aus, dass es einen erneuten Lockdown geben wird. Allerdings sagte er, man könne ihn durch die Befolgung der neuen, strengeren Regeln gemeinsam verhindern. Zu Weihnachten soll im kleinen Kreis gefeiert werden, Gastronome rief er dazu auf, eigenverantwortlich die Regeln zu kontrollieren. (Mehr dazu unten im Newsblog.)

Weitere Corona-Nachrichten:

  • Angriffe: Mitarbeiter des Eisstadions Neukölln wurden attackiert, als sie am Einlass die Corona-Regeln kontrollierten. Es gab mehrere Polizeieinsätze. Das Stadion bleibt am Wochenende zu.
  • Booster: Wer sich zum dritten Mal impfen lassen will, kann das in den Impfzentzentren mit und ohne Termin tun – bei beidem muss man sich aber auf längere Wartezeiten einstellen.
  • Die aktuellen Zahlen: 2795 Neuinfektionen, sechs weiteres Todesfälle, Inzidenz steigt auf 340,7, bei 10- bis 14-Jährigen sogar 1019.
  • Mehr Service: 2G-Regel in Berlin – das sind die Details.
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Coronavirus in Berlin : Michael Müller schließt neuen Lockdown nicht aus – muss ihn „gemeinsam verhindern“

Michael Müller schließt erneuten Lockdown nicht aus – man könne ihn aber verhindern

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schließt nicht aus, dass Berlin erneut in einen Lockdown gehen muss. Aber: „Wir wissen, wie man gut schützt“, sagte Müller am Donnerstagabend im RBB. Man müsse „gemeinsam einen Lockdown verhindern“. Durch verschärfte Regeln – wie 2G-Plus und eine teilweise Impfpflicht für Menschen in medizinischen Berufen, auf die sich Bund und Länder am Donnerstag einigten – sollen die Corona-Infektionszahlen nach unten gedrückt werden.
Bei der Kontrolle der 2G-plus-Regeln (Geimpfte und Genesene brauchen einen negativen Test für Restaurant, Theater, Kino) setzt der Noch-Regierende Bürgermeister auch auf die „Eigenverantwortung“ der Gastronomen. Natürlich müssten Polizei und Ordnungsämter kontrollieren. Jedoch sollen sich die Gäste auch sicher fühlen können – da liege es im Eigeninteresse der betroffenen Branchen, auf die Einhaltung der Regeln zu achten.
Zu Weihnachten könne man im kleinen Familienkreis zusammen kommen, sagte Müller. Er glaube, dass die Menschen so besonnen seien und auf große Feiern verzichten. „Viele von uns sind ja geimpt“, sagte er. Außerdem könne man sich auch im Familienkreis testen.  tagesspiegel Kein Beitrag vorhanden

Müller: Beim Impfen zählt jeder Tag  

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat dringend an die Menschen appelliert, sich angesichts steigender Corona-Zahlen impfen zu lassen. „Jeder Tag zählt“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend nach einer Videokonferenz der Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei an der Zeit, nun Impfangebote anzunehmen, Erstimpfungen wie auch Auffrischungsimpfungen. „Bitte warten Sie nicht, bemühen Sie sich jetzt um Impftermine“, sagte Müller an die Adresse der Bürger.

Er bat um Verständnis, dass es zunächst in Impfzentren oder bei manchen Ärzten zu Wartezeiten kommen könne. Aber: „Wir werden alles tun, um Impfangebote besser und schneller umsetzen zu können.“
Die Impfquote sei eindeutig zu niedrig, beklagte Müller. „Es sind zu vielen Menschen, die Angebote nicht annehmen, obwohl sie es könnten.“ Dies liege nach seiner Einschätzung nicht daran, dass es zu wenig Aufklärung, Werbung, Impfmöglichkeiten, Geld oder Entschlossenheit gegeben habe. „Das ist nicht der Grund. Sondern der Grund ist, dass es zu viel Egoismus und zu viel Gleichgültigkeit gibt.“ (dpa)

Angriffe auf Personal wegen Corona-Regeln – Eisstadion Neukölln am Wochenende zu  

Das Eisstadion in Neukölln bleibt von Freitag bis einschließlich Sonntag für den Publikumsverkehr geschlossen. Grund für die vorübergehende Schließung seien verbale und körperliche Angriffe auf das Eisstadion-Personal bei Einlasskontrollen zur Durchsetzung der Corona-Hygieneregeln, wie das Bezirksamt Neukölln am Donnerstag mitteilte. Demnach kam es aufgrund der Übergriffe zu Einsätzen von Polizei und Ordnungsamt. Der Vereinssport finde nach Angaben der Behörde weiter statt.

Sportstadträtin Karin Korte (SPD) erklärte laut Mitteilung zu der Sperrung: „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter:innen und Eisstadion-Besucher:innen steht bei mir an erster Stelle. Ich finde es bedauerlich, dass das Verhalten von einzelnen Besucher:innen dazu führt, dass das sportliche Freizeitangebot des Eisstadions nun abgesichert werden muss.“
Mitte Oktober war die Saison in dem Eisstadion in der Oderstraße eröffnet worden. (dpa)

Neukölln konzentriert sich bei Kontaktnachverfolgung nur noch bestimmte Gruppen

Die Inzidenzen sind hoch, die Gesundheitsämter überlastet. Darum schränkt Neukölln nun die Kontaktnachverfolgung ein. In einer Pressemitteilung wurde mitgeteilt, dass sich die Kontaktnachverfolgung künftig nur noch auf „vulnerable Gruppen“ konzentrieren würde. „Dazu gehören insbesondere Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünfte sowie Schulen und Kitas„, hieß es. Die Verfahren für die Fallbearbeitung seien angepasst worden, um die Hotline des Gesundheitsamtes zu entlasten.
Bezirksstadträtin Mirjam Blumenthal (SPD) sagte dazu: „Schon seit Wochen arbeiten unsere Kontaktermittler-Teams durch, auch an Wochenenden. Die Fallzahlen sind einfach zu hoch, um eine individuelle Nachverfolgung noch zu gewährleisten. Deshalb konzentrieren wir uns darauf, die am stärksten betroffenen Personen zu schützen.“

Wer positiv getestet wird, muss sich in Quarantäne begeben und wird per Mail und Post vom Amt angeschrieben. Es wird ein Fragebogen zugeschickt, der ausgefüllt und zurückgeschickt werden muss. Positiv getestete Personen werden gebeten, sich erst nach der Übersendung des Fragebogens an das Gesundheitsamt zu wenden, um die Hotline zu entlasten.

Warten in Havelhöhe

Später Vormittag in Havelhöhe: Entspannte Ruhe in der Warteschlange, die überschaubar wirkt. Eine Frau am Zaun gibt Auskunft, ohne Termin dauere es etwas länger. Aber alle stehen erstmal gemeinsam an. Nach etwa 45 Minuten sind wir am ersten Vorposten angelangt, wo Formulare ausgegeben werden, das wirkt ebenso improvisiert wie effektiv, dann scheiden sich die Warteschlangen. 
Doch der Unterschied ist nicht groß: Nach weiteren 20 Minuten stehen wir vor einem Fenster, wo eine Mitarbeiterin den Vorgang offiziell macht – fünf Monate minus ein Tag sind voll okay. Drinnen arbeiten drei Ärzte gutgelaunt und schaffen ordentlich was weg, und nach rund 90 Minuten sitzen wir wieder im Auto, frisch geboostert. Eine gute Sache. (Bernd Matthies)

Müller fordert Zustimmung für neue Corona-Maßnahmen im Bundesrat

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hofft auf Zustimmung des Bundesrates für die am Donnerstag vom Bundestag beschlossenen Corona-Neuregelungen. „Es kommt darauf an, diese Situation konstruktiv gemeinsam zu bewältigen„, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. Auch er habe wie andere Ministerpräsidenten Nachbesserungen der ursprünglichen Pläne von SPD, Grünen und FDP verlangt. Hier sei nachgeschärft worden. „Wir haben die Länderöffnungsklauseln. Wir können entscheiden in den Ländern, gezielt, wenn wir sagen, wir brauchen noch mehr Maßnahmen“, sagte Müller.
„Und da frage ich schon mal, wie stellen sich das einige Ministerpräsidenten vor, die jetzt sagen: Nein, da machen sie nicht mit“, fügte er mit Blick auf Drohungen aus unionsgeführten Bundesländern hinzu, das Vorhaben am Freitag in der Länderkammer abzulehnen. „Wenn die morgen im Bundesrat nicht mitmachen, was heißt das denn dann?“, fragte Müller. „Einerseits ist ihnen das zu wenig, was die Ampel da im Bund beschließen will, sie wollen aber verhindern, das überhaupt irgendetwas kommt? So richtig Sinn macht das nicht.“ Er finde es gut und richtig, das Vorhaben im Bundesrat zu unterstützen.
Der Bundestag beschloss am Donnerstag von SPD, Grünen und FDP vorgelegte Neuregelungen, die unter anderem 3G-Vorgaben am Arbeitsplatz, in Bussen und Bahnen bringen sollen. Die Umsetzung ist aber fraglich, da die Union unzureichende Möglichkeiten für die Länder anprangerte und mit Ablehnung im Bundesrat an diesem Freitag drohte. Die Neuregelungen sollen eine andere Rechtsgrundlage für Corona-Auflagen schaffen, wenn die bisher vom Bundestag festgestellte epidemische Lage am 25. November ausläuft. Die Ampel-Parteien haben sich dagegen entschieden, sie erneut im Bundestag zu verlängern. (dpa)

Senat: Lolli-Tests als Corona-Schnelltests flächendeckend in Kitas

Um Corona-Tests bei Kitakindern in Berlin zu erleichtern, sollen dort auch verstärkt sogenannte Lolli-Tests als Schnelltests eingesetzt werden. Das kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus an. Die Tests würden derzeit bestellt und dann „flächendeckend in Kitas“ angeboten.
Bei Lolli-Tests geht es um eine Speichelentnahme über das Lutschen an einem Tupfer oder anderem Gegenstand. Für kleine Kinder ist das einfacher als die Probenentnahme aus der Nase. Ein Teil dieser Lolli-Tests wurde bisher im Labor mit der PCR-Methode analysiert. Aber es gibt inzwischen auch Schnelltests mit dieser Lolli-Methode, die sofort ein Ergebnis liefern – so wie die bekannten Schnelltests mit der Probe aus der Nase.
Scheeres sagte, die Sensitivität dieser Tests sei nicht so hoch wie bei den klassischen Schnelltests. „Aber die Eltern wünschen sich Lollitests als Schnelltests in Kindertageseinrichtungen.“ Daher setze man das um.
Eine Testpflicht in Berliner Kitas lehnt Scheeres trotz der hohen Inzidenzen und Forderungen nach einem besseren Schutz für Kinder vor einer Covid-19-Erkrankung weiterhin ab. Diese werde von einem „relevanten Teil der Elternschaft sowie der Einrichtungen nicht befürwortet“, so ein Sprecher. Während Tests für Schulkinder flächendeckend verpflichtend einführt wurden, setzt Berlin in Kitas auf Freiwilligkeit der Eltern. Der Landeselternausschuss Kita fordert seit Monaten eine flächendeckende Testpflicht auch für Kita-Kinder. Nur so könne ein besserer Schutz erreicht werden. (dpa) tagesspiegel

Anstehen beim Boostern in Tegel

Beim Boostern im Impfzentrum Tegel. Großer Ansturm, Schlange geht bis auf den Parkplatz, Wartezeit ohne Termin zwei bis drei Stunden und drinnen dauert es nochmal rund 50 Minuten, wenn man Biontech möchte. 
Ein Leser berichtet von 90 Minuten Wartezeit trotz Termin, weil zu wenig Ärzte im Einsatz gewesen seien. (Benedikt Voigt, Tsp)

Coronavirus in Berlin : Michael Müller schließt neuen Lockdown nicht aus – muss ihn „gemeinsam verhindern“

Bild: Foto: Benedikt Voigt

Müller über Ungeimpfte: „Wir haben zu viel Egoismus und Gleichgültigkeit“

Berlins Regierender Bürgermeister hat mehr Offenheit gegenüber einer Impfpflicht-Debatte gefordert. „Natürlich muss es der Politik erlaubt sein, darüber nachzudenken, ob wir die Impfpflicht in bestimmten, sensiblen Bereichen brauchen„, sagte Müller am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Als Beispiele nannte er medizinische und pflegende Berufe, den Öffentlichen Personennahverkehr sowie die Polizei. 
Müller äußerte seinen Unmut über Menschen, die noch immer nicht geimpft sind. Es sei zwar richtig, dass man weiter für die Impfung werben und Angebote schaffen müsse. „Ich glaube, wir haben nicht zu wenig Angebote (…). Wir haben zu viel Egoismus und Gleichgültigkeit. Das ist das Problem.“
Auf Anti-Impf-Zwischenrufe aus der AfD-Fraktion erwiderte der Regierende Bürgermeister: „Es geht nicht mehr, dass eine Minderheit, die Sie offensichtlich vertreten, dauerhaft eine Mehrheit dominiert.“

FDP fordert Ausbau von Impfzentren und mobilen Impfteams

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja fordert den Berliner Senat auf, Impfzentren und mobile Impfteams auszubauen, um die Impfquote zu erhöhen. „Die Haltung der Freien Demokraten ist klar: Nur eine flächendeckend geimpfte Gesellschaft kann die vierte Welle brechen“, sagte Czaja während der Debatte zur Bekämpfung steigender Infektionszahlen im Berliner Abgeordnetenhaus. Gleichzeitig forderte Czaja „einen klaren Kurs und keine freiheitsfeindliche Rhetorik“ mehr.
Wichtig sei insbesondere, den Regelbetrieb an Schulen und Kitas pandemiesicher zu machen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Czaja weiter und warb um Zustimmung für das von den designierten Koalitionspartnern im Bund geschnürte Gesetzespaket zur Eindämmung der vierten Welle.

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja der Impfquote aus und fordert den Berliner Senat dazu auf, Impfzentren und mobile Impfteams auszubauen. „Die Haltung der Freien Demokraten ist klar: Nur eine flächendeckend geimpfte Gesellschaft kann die vierte Welle brechen“, sagte Czaja während der Debatte zur Bekämpfung steigender Infektionszahlen im Berliner Abgeordnetenhaus. Gleichzeitig forderte Czaja „einen klaren Kurs und keine freiheitsfeindliche Rhetorik“ mehr. Wichtig sei insbesondere, den Regelbetrieb an Schulen und Kitas pandemiesicher zu machen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagte Czaja weiter und warb um Zustimmung für das von den designierten Koalitionspartnern im Bund geschnürte Gesetzespaket zur Eindämmung der vierten Welle.  

Linke fordert Wechselunterricht bis Weihnachten – Schulen sollen selbst entscheiden

Die Berliner Linksfraktion hat sich für mehr Schutz von älteren Menschen und Schüler:innen ausgesprochen. Angesichts der hohen Inzidenzen unter Schüler:innen forderte der Co-Fraktionsvorsitzende Carsten Schatz eine Rückkehr zum Wechselunterricht – und Entscheidungsfreiheit für die Schulen. „Die Schulen sollten bis mindestens Weihnachten wieder zum Modell des Wechselunterrichts zurückkehren können, wenn sich die Schulkonferenz, die ja auch virtuell tagen kann, dazu verständigt“, sagte Schatz in der Debatte des Abgeordnetenhauses zur Corona-Lage. „Die Präsenzpflicht sollte erneut ausgesetzt werden.“ Auch müssten die Quarantäneregeln geändert werden. Es sei „lebensfremd“, wenn nur die Sitznachbarn eines infizierten Kindes in Quarantäne müssten, sagte Schatz.
Der Wechselunterricht wurde wegen der Pandemie bereits im vergangenen Schuljahr praktiziert. Dabei lernen Schüler abwechselnd in kleinen Gruppen in der Schule und mit Hilfe digitaler Möglichkeiten zu Hause. Derzeit ist das Modell auf wenige Schulen beschränkt, die nach dem Stufenplan der Senatsbildungsverwaltung ein Infektionsgeschehen der Stufe gelb aufweisen. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Corona-Infektionszahlen derzeit besonders hoch. In der Gruppe der 5- bis 9-Jährigen liegt die Inzidenz in Berlin bei 960, bei den 10- bis 14-Jährigen bei 1019. Schülerinnen und Schüler testen sich mehrmals in der Woche.
In Pflegeeinrichtungen sei es Mindeste, dass Besucher wie Personal getestet sein müssten, sagte Schatz außerdem. Angesichts von zahlreichen Todesfällen in einem Brandenburger Pflegeheim sei eine Impfpflicht für alle Mitarbeiter:innen angemessen. Schatz verwies dabei nicht nur auf das Stammpersonal, sondern auch auf Zeitarbeitskräfte. (mit dpa)

AfD verurteilt die 2G-Regelung als unverhältnismäßig

AfD-Chefin Kristin Brinker hat die Entscheidung des Berliner Senats für die Einführung der 2G-Regelung im öffentlichen Bereich als „völlig absurd“ bezeichnet und erklärt, diese werde das Infektionsgeschehen nicht eindämmen. Der Senat greife „in unverhältnismäßiger Weise in die Freiheitsrechte der Berliner ein“, erklärte Brinker weiter und bezeichnete die seit dem vergangenen Montag geltende Regelung als „Impfpflicht durch die Hintertür“ sowie einen „Akt der Freiheitsberaubung“.
„Die AfD wird die Freiheit der Berliner gegen diese Verbotspolitik verteidigen“, erklärte Brinker und schloss ihre Rede mit den Worten: „Lassen Sie uns mehr Freiheit wagen.“
Die Inzidenz lag am Tag der Rede Brinkers bei einem neuen Rekordwert von 341 – bei 10- bis 14-jährigen sogar bei 1019.
Weil eine mögliche Schließung von Bildungseinrichtungen gerade auch Thema im Abgeordnetenhaus war – ein umstrittenes Thema ist auch eine Testpflicht für Kita-Kinder. Mehr dazu in diesem Bericht. tagesspiegel

Grüne fordert verpflichtende Impfberatung für Personal in Schulen, Kitas und Kliniken

Die Berliner Grünen-Fraktion hat verpflichtende Impfberatungs-Gespräche für Personal in Schulen, Kitas und Krankenhäusern gefordert. Dort müsse die Impfquote auf 100 Prozent steigen, sagte die Fraktionsvorsitzende Silke Gebel am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Nur mit verpflichtenden Beratungsgesprächen könne den vielen Fake-News rund ums Impfen etwas entgegengesetzt werden.
„Wir brauchen einen echten Corona-Winterfahrplan“, sagte Gebel an die Adresse der kommenden Bundesregierung. Nötig sei ein Konzept, mit dem man nicht nur die nächsten zwei Wochen überstehe, sondern sicher ins Jahr 2022 komme. Zu handeln, das heiße: mehr impfen. Vom Bund erwarte Gebel, „dass er alles tut, damit die Länder den Impfturbo einschalten können“. Apotheken sollten zu Impfstationen werden, Impfzentren ausgebaut werden, in Arztpraxen sollte von Montag bis Sonntag geimpft werden, niedrigschwellige Angebote fortgeführt werden.
Dabei dürfe man aber nicht vergessen, sagte Gebel, dass die Erstimpfung noch immer der wichtigste Schritt in der Pandemiebekämpfung sei. Es brauche „eine Priority-Lane für die erste Impfung“. Es wäre fatal, wenn sich jetzt Menschen doch noch für eine Impfung entschieden, diese aber wegen langer Warteschlangen wieder kehrt machten.
Zudem müsse jede und jeder einzelne jetzt wieder die Kontakte beschränken, Maske tragen und sich an die Regeln halten. Das sei zwar unfair für Geimpfte. „Wir sind wieder in der Phase des gesellschaftlichen Abwägens.“ Bezogen auf Großveranstaltungen, Clubnächte oder Weihnachtsfeiern im Büro sagte Gebel: „Es ist gerade einfach nicht die Zeit dafür.“

CDU wirbt für Bundeswehr-Hilfe – und warnt vor Schul- und Kitaschließungen

Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen und zunehmend überforderter Gesundheitsämter in den Bezirken hat CDU-Chef Kai Wegner dafür geworben, die Bundeswehr erneut für die Kontaktnachverfolgung einzusetzen. „Es ist höchste Zeit, die Bundeswehr bei der Bekämpfung der Pandemie wieder mit einzubeziehen“, sagte Wegner in der Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses. Er kritisierte die SPD-geführte Gesundheitsverwaltung dafür, zuletzt Amtshilfeersuchen einzelner Bezirke an die Bundeswehr ausgebremst zu haben. „Das war unmöglich“, sagte Wegner und forderte Senat und Bezirke dazu auf, jede nur mögliche Hilfe anzunehmen.
Bezogen auf die allgemeine Situation forderte Wegner entschlossenes Handeln des derzeit geschäftsführenden Senats. „Jetzt entscheidet sich, wie wir Weihnachten verbringen und über den Winter kommen“, sagte Wegner und forderte den Senat dazu auf, bei der angekündigten 2Gplus-Regel „endlich für Klarheit“ zu sorgen. Eine drohende erneute Schließung der Bildungseinrichtungen, die angesichts der hohen Infektionszahlen unter Kindern und Jugendlichen nicht ausgeschlossen scheint, „wäre eine soziale Katastrophe“, sagte Wegner weiter und forderte umfassende Schutzmaßnahmen wie Luftfilter.

SPD: Alles tun, um neuen Lockdown zu verhindern

Das Abgeordnetenhaus debattiert momentan in einer Aktuellen Stunde die Corona-Lage. Der Berliner SPD-Vorsitzende Raed Saleh hat dabei zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgerufen, um Skeptiker noch von einer Impfung zu überzeugen. Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland seien noch nicht gegen Corona geschützt. Die meisten davon seien aber keine Impfgegner, sondern zweifelnd. „Genau die muss man jetzt überzeugen“, sagte Saleh. Man müsse die Ängste der Menschen ernst nehmen und sie mit Fakten überzeugen. „Lasst euch impfen“ – so müsse der Appell „von uns allen“ lauten – „jeden Tag, an jedem Ort in der Stadt“. 
„Wir wollen alles unternehmen, dass es keinen weiteren, generellen Lockdown mehr geben muss“, sagte der SPD-Politiker. Der Fahrplan der möglichen Ampel-Koalition im Bund sei richtig. Es brauche 3G am Arbeitsplatz, die Möglichkeit, Einschränkungen für Ungeimpfte zu verhängen und den Arbeitgebern müsse es möglich sein, den Impfstatus ihrer Belegschaft abzufragen. Allerdings: „Regeln bringen nur etwas, wenn sie auch eingehalten werden“, sagte Saleh. Die Maßnahmen müssten auch kontrolliert werden.
Saleh befürwortete ausdrücklich eine Amtshilfe der Bundeswehr in Berlin. „Wir brauchen nicht nur die Hilfe der Bundeswehr, wir wollen sie auch.“

Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt wird auch 2021 nicht stattfinden

Abgesagt wurde erneut der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt – wenn Sie mich fragen: einer der schönsten Berlins. Neuköllns SPD-Bezirksbürgermeister Martin Hikel untersagte den Markt wegen der Infektionsentwicklung, berichtet die „BZ“. 
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Brandenburg: Zahl der Neuinfektionen steigt stark – Inzidenz im Landkreis Elbe-Elster vierstellig

Die Brandenburger Gesundheitsämter haben innerhalb eines Tages 2725 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das waren 946 mehr als am Donnerstag vergangener Woche, wie aus Angaben des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Es gab 14 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion.
Unter den Bundesländern mit den verhältnismäßig meisten Infektionen liegt Brandenburg nun an vierter Stelle nach Sachsen, Bayern und Thüringen. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 465,9. Vor einer Woche lag sie noch bei 285,7. Besonders der Süden des Landes ist betroffen. Im Landkreis Elbe-Elster liegt der Wert bei 1119,8, in Märkisch-Oderland dagegen bei 242,9. (dpa)

Inzidenz steigt auf 340,7 – bei 10- bis 14-Jährigen nun vierstellig

Bei den Corona-Infektionen weist der Trend in Berlin weiter aufwärts. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt aktuell 340,7, wie aus dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervorgeht. Am Mittwoch hatte sie bei 339, am Donnerstag vergangener Woche hatte noch bei 263,4 gelegen. Neukölln, Pankow und Reinickendorf liegen inzwischen über 400.

Besonders verbreitet ist das Virus nach den amtlichen Daten bei Kindern. In der Gruppe der 5- bis 9-Jährigen liegt die Inzidenz bei 960, bei den 10 bis 14-Jährigen bei 1019. Schülerinnen und Schüler testen sich mehrmals in der Woche. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt bisher eine Covid-19-Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren.
Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter binnen eines Tages 2795 Neuinfektionen, das waren 78 weniger als am Donnerstag vergangener Woche. Es gab sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion. 68,3 Prozent der Menschen in Berlin gelten als vollständig geimpft, 0,7 Prozentpunkte mehr als vor einer Woche.
Die Situation in den Krankenhäusern ist weiterhin angespannt. Aktuell befinden sich 160 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen, ihr Anteil an den Intensivbetten beträgt 16,0 Prozent. Vor einer Woche waren es lediglich 135 Betroffene mit schwerem Verlauf (12,9 Prozent), zu Monatsbeginn 120 (11,7 Prozent). (mit dpa) tagesspiegel

Franziska Giffey: Bundesweite 2G-Regel prüfen

Die Berliner SPD-Chefin Franziska Giffey hält es für sinnvoll, bei weiter steigenden Coronazahlen eine bundesweite 2G-Regelung zu prüfen. „Wir sind deutschlandweit in einer sehr ernsten Lage, obwohl sich ein Großteil der Gesellschaft seit eineinhalb Jahren an die Regeln hält und rund 70 Prozent geimpft sind“, sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Gerade diese Menschen dürften nicht noch weitere schwerwiegende Einschränkungen hinnehmen müssen.
„Wenn aber alle Angebote, Kampagnen, Sensibilisierungen und Appelle für eine höhere Impfrate nicht mehr helfen, dann müssen wir verbindlichere Maßnahmen prüfen, um die Infektionszahlen zu senken, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu bewahren und einen erneuten Lockdown zu verhindern“, sagte Giffey.
Die deutschlandweite, flächendeckende Ausweitung der 2G-Regel – „mit Ausnahmen nur für die, die sich nicht impfen lassen können“ – „gehört dazu“, wird Giffey zitiert. An diesem Donnerstag wollen Vertreter von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen beraten. Nach Meinung von Giffey sollte es auch Arbeitgebern ermöglicht werden, nach dem Impfstatus ihrer Beschäftigten fragen zu dürfen. (dpa)

Berlin verringert Abstand für Booster-Impfung auf fünf Monate

Der Berliner Senat verringert den Abstand für Boosterimpfungen auf fünf Monate. Das erfuhr der Tagesspiegel am Mittwoch exklusiv aus Senatskreisen. Am frühen Abend bestätigte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) die neue Regelung. Die Regel soll schon ab Donnerstag gelten. 
Anders als es zunächst hieß, gilt eine klare Fünfmonatsregel und grundsätzlich keine Kulanz. Das soll auch geschehen, um eine gewisse Ordnung zu wahren. Viele Hausärzte Impfen aber ohnehin nach eigenem Ermessen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag den Ärzten in Deutschland deutlich gemacht, dass alle Personen ab 18 Jahren in Deutschland auch schon vor Ablauf der Frist von sechs Monaten nach der letzten Impfung eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bekommen können. Das hatte der Tagesspiegel exklusiv berichtet.

Am Nachmittag bestätigte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) die Informationen indirekt. Sie schrieb auf Twitter: „Jetzt boostern nach nur fünf Monaten! Berlin liegt beim Auffrischen schon vorne, knapp 25% der Ü60-jährigen sind dreimal geimpft.“ Eine offizielle Pressemitteilung wurde am Abend erwartet. (Julius Betschka) Weitere Beiträge Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!

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