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Berliner Prügel-Polizist mit Nummer 11100 : Ein Zugführer einer Hundertschaft fällt durch Gewalt auf – erneut wird ermittelt

Ein Führungsbeamter der Polizei rammte einem Querdenker-Demonstranten sein Knie ins Gesicht. Er ist nicht zum ersten Mal im Visier der internen Ermittler.

Berliner Prügel-Polizist mit Nummer 11100 : Ein Zugführer einer Hundertschaft fällt durch Gewalt auf – erneut wird ermittelt

Der Polizist versetze einem Festgenommenen einen Kniestoß ins Gesicht.Screenshot: Tsp/Twitter

Stundenlang ziehen Tausende Personen aus dem Querdenken-Spektrum am Wochenende trotz Verbots durch verschiedene Berliner Kieze. Meist bleiben die Demonstranten dabei von den begleitenden Polizeikräften relativ unbehelligt.Nur vereinzelt werden sogenannte Rädelsführer festgesetzt, die auf die Beamten den Eindruck machen, sie würden die illegalen Aufzüge anführen und koordinieren.

Ein in den sozialen Netzwerken verbreitetes Video von einer Festnahme hat aber nun interne Ermittlungen bei der Polizei ausgelöst. Die Situation spielte sich nach Tagesspiegel-Informationen bereits am Sonnabend in der Torstraße in der Nähe des Rosenthaler Platzes ab.

Zu sehen sind mehrere Beamte, die einen Mann mit Rucksack festnehmen. Unklar bleibt, wieso der Mann festgenommen wird. Die Beamten schleifen den Demonstranten über den Bürgersteig.

Der Mann wehrt sich und versucht mit seinen Füßen auf dem Bürgersteig abzubremsen. Dann rammt ihm schließlich einer der Beamten sein Knie mit voller Wucht ins Gesicht. Der Verdacht liegt nahe: Hier hat ein Beamter völlig unverhältnismäßig Gewalt eingesetzt.

Der Beamte ist eine Führungskraft der Polizei

Zwar ist die Polizei grundsätzlich befugt, in bestimmten Situationen körperlichen Zwang und Gewalt einzusetzen. Doch die Behörde selbst erklärte nach dem Kniestoß-Video am Montag via Twitter, Ermittler für Amtsdelikte beim Landeskriminalamt würden den Fall bereits bearbeiten und dienstrechtliche Konsequenzen prüfen.

Nach Tagesspiegel-Informationen handelt es sich bei dem Polizisten um eine Führungskraft. Der Mann trägt auf dem Rücken seiner Uniform die Dienstnummer 11100. Er soll Zugführer in der elften Einsatzhundertschaft sein, dort den ersten Zug mit rund 20 bis 30 Beamte leiten.

Mehrere Beamte sagten dem Tagesspiegel nach Ansicht des Videos, der Kniestoß sei völlig unverhältnismäßig gewesen. Es gebe keinen Grund dafür, der Widerstand sei bereits gebrochen, die Lage längst unter Kontrolle gewesen. Eine Führungskraft habe eine besondere Verantwortung und müsse ein Vorbild sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Mann bei Einsätzen negativ auffällt. Am Tag der Räumung des linken Hausprojektes Liebigstraße 34 im Oktober 2020 war der Beamte in Friedrichshain eingesetzt.

Berliner Prügel-Polizist mit Nummer 11100 : Ein Zugführer einer Hundertschaft fällt durch Gewalt auf – erneut wird ermittelt

Im Oktober 2020 schlug der Beamte in Friedrichshain auf einen Mann ein.Screenshot: Tsp

Abseits des Räumungseinsatzes in der Nähe des Bahnhofs Frankfurter Allee zeigt ein Video, wie er einen jungen Mann scheinbar grundlos körperlich attackiert, schubst und ins Gesicht schlägt.

Der Tagesspiegel hatte damals Gelegenheit mit mehreren Zeugen über den Vorfall zu sprechen. Demnach soll eine Gruppe von drei Freunden Tischtennis auf einem Spielplatz gespielt haben, als Polizisten sie ansprachen. Der Grund dafür ist nach wie vor unbekannt.

Berliner Prügel-Polizist mit Nummer 11100 : Ein Zugführer einer Hundertschaft fällt durch Gewalt auf – erneut wird ermittelt

Auch als der Mann am Boden lag, schlug der Polizist zu.Screenshot: Tsp

Das Video setzt ein, als zwei Freunde mit den Beamten friedlich diskutieren. Plötzlich geht der Polizist mit der Nummer 11100 auf einen der Tischtennis-Spieler los, schubst ihn vor sich her, schlägt ihm ins Gesicht und bringt ihn schließlich zu Boden. Hier schlägt er den jungen Mann abermals mit der Hand ins Gesicht.

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Schon nach diesem Vorfall im Herbst vergangenen Jahres seien interne Ermittlungen eingeleitet worden, heißt es bei der Polizei. Wie das Verfahren ausgegangen ist, konnte die Behörde aber nicht mitteilen.

Der Tagesspiegel hat bei der Polizei angefragt, ob der Beamte bereits wegen Gewaltvorwürfen mit Disziplinarverfahren oder Disziplinarmaßnahmen belegt worden ist. Oder ob ihm das Ausüben der Dienstgeschäfte zeitweise untersagt wurde. Das ließ die Polizei mit dem Hinweis auf den Datenschutz unbeantwortet.

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Dabei soll es weitere, ähnliche Situationen in den vergangenen Jahren gegeben haben. Stets soll derselbe Beamte unverhältnismäßige Gewalt in Einsatzsituationen anwendet haben. Von mutmaßlich unverhältnismäßiger und unrechtmäßiger Polizeigewalt Betroffene haben nach eigenen Angaben zahlreiche Anzeigen erstattet, sie beklagen aber „systematische Falschaussagen“ des Beamten in den Verfahren.

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