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Bei eisigen Temperaturen zwischen Felsen entdeckt : Mindestens zehn Menschen sterben nach schwerem Bootsunglück vor Japan

Die See ist rau, als ein Boot mit 24 Passagieren vor der Halbinsel Shiretoko kentert. Unter widrigen Bedingungen dauert die Suche nach Überlebenden an.

Bei eisigen Temperaturen zwischen Felsen entdeckt : Mindestens zehn Menschen sterben nach schwerem Bootsunglück vor Japan

Ein Helikopter sucht die Küste der japanischen Halbinsel Shiretoko nach Vermissten ab.Foto: Kyodo/via REUTERS

Beim Kentern eines Ausflugsboots vor Nordjapan sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Einen Tag nach dem Unglück entdeckte die Küstenwache am Sonntag die Opfer vor der Küste der nordjapanischen Halbinsel Shiretoko im eiskalten Meer.

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Die Personen waren zuvor vor der Küste der nordjapanischen Halbinsel Shiretoko in der rauen See und zwischen Felsen entdeckt und ins Krankenhaus gebracht worden. Dort konnte jedoch nur noch ihr Tod bestätigt werden, wie japanische Medien berichteten.

Nach den übrigen der insgesamt 26 Menschen an Bord und nach dem Boot wurde weiter gesucht. Die Einsatzkräfte hatten aus der Luft und mit Booten während der ganzen Nacht nach Überlebenden Ausschau gehalten, hieß es.

Die „KAZU I“ hatte am Samstag gegen Mittag (Ortszeit) einen Notruf abgesetzt: Am Bug dringe Wasser ein, der Motor sei ausgefallen. Kurz darauf meldete die Besatzung, dass das Boot starke Schlagseite habe, bevor der Kontakt schließlich abbrach.

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An Bord befanden sich neben zwei Mann Besatzung 22 erwachsene Passagiere sowie zwei Kinder. Informationen zu Namen, Alter und Geschlecht gab es zunächst nicht. Japan lässt wegen der Corona-Krise derzeit keine Touristen ins Land.

Nur zwei bis drei Grad Wassertemperatur

Alle Personen an Bord sollen Sicherheitswesten getragen haben, als das Ausflugsboot am Samstag gegen 10.00 Uhr Ortszeit auslief, hieß es in japanischen Medienberichten. Jedoch hätten lediglich fünf der Geborgenen eine solche Weste auch umgehabt. Möglicherweise hätten die vier anderen Opfer ihre Weste auf See verloren, hieß es.

Bei eisigen Temperaturen zwischen Felsen entdeckt : Mindestens zehn Menschen sterben nach schwerem Bootsunglück vor Japan

Die japanische Halbinsel Shiretoko auf Hokkaido ist ein bei Touristen beliebtes Naturparadies.Foto: -/Kyodo News/AP/dpa

Die Wassertemperatur an der Meeresoberfläche betrug lediglich zwei bis drei Grad. Zum Zeitpunkt des Notrufs herrschten vor der Halbinsel Shiretoko hoher Wellengang und starke Winde. Trotz der widrigen Bedingungen sei die Tour fortgesetzt worden, erklärten die Behörden. Nach Angaben des örtlichen Fischereiverbands waren Fischerboote wegen des schlechten Wetters noch vor Samstagmittag in den Hafen zurückgekehrt.

Unglück in beliebter japanischer Tourismusregion

Die Halbinsel im Nordosten Hokkaidos, Japans nördlichster Hauptinsel, ist wegen ihres Treibeises ein beliebtes Ausflugsziel und seit 2005 Weltnaturerbe. Sie ist bekannt für ihre einzigartige Tierwelt, darunter den vom Aussterben bedrohten Stellerschen Seelöwen sowie Zugvögel und Braunbären.

Das Unglück ereignete sich in den Gewässern vor den beliebten Kashuni Wasserfällen, rund 27 Kilometer nordöstlich des Heimathafens des Unglücksboots.

Bei eisigen Temperaturen zwischen Felsen entdeckt : Mindestens zehn Menschen sterben nach schwerem Bootsunglück vor Japan

Die japanische Küstenwache entdeckte vor der der Halbinsel Shiretoko mehrere Wrackteile des verunglückten Bootes.Foto: Handout/1st Regional Coast Guard Headquarters/AFP

Von der Küstenwache veröffentlichte Bilder zeigen Retter, die in einer Spalte entlang der felsigen Küste kauern und einen Bereich inspizieren, sowie Gegenstände mit der eindeutigen Aufschrift „KAZU I“, die an den Strand gespült wurden. Am Ufer ist Eis sichtbar.

Japans Ministerpräsident Fumio Kishida brach wegen des Unglücks eine Dienstreise nach Kumamoto im Süden des Landes ab und kehrte noch in der Nacht zum Sonntag nach Tokio zurück. Die Suche nach Überlebenden habe höchste Priorität, sagte der Regierungschef. (dpa, AFP)

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