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Bei BürgerdialogBerlins Innensenator nimmt Reißaus vor Corona-Pöblern

Bei BürgerdialogBerlins Innensenator nimmt Reißaus vor Corona-Pöblern

InnensenatorAndreas Geisel (55, l.) steht dem selbsternannten „Captain Future“ (r.) gegenüber. Neben ihm zwei Bodyguards und ein Wahlhelfer sowie eine Unterstützerin des Corona-Skeptikers

Foto: Freedom Parade mit Captain Futur Teilen Twittern SendenVon: Stefan Peter und Axel Lier 22.08.2021 – 18:44 Uhr

Berlin – Er ist neben dem Regierenden Bürgermeister der am besten geschützte Landespolitiker – doch ein Mann mit gelbem Umhang und Augenmaske war Andreas Geisel (55) nicht ganz geheuer. Bei einer Begegnung mit Corona-Skeptiker „Captain Future“ trat der Innensenator schnell den Rückzug an!

Es geschah bei einem Wahlkampf-Termin am Wochenende. In Berlin-Karlshorst verteilte der Senator Flyer – er ist Spitzen-Kandidat der Lichtenberger SPD für das Abgeordnetenhaus.

Doch dann tauchten Corona-Pöbler beim Bürgerdialog auf – „Captain Future“ und sein Gefolge. „Dem werden wir jetzt mal ordentlich in die Suppe spucken“, kündigte der Mann an.

Bei BürgerdialogBerlins Innensenator nimmt Reißaus vor Corona-Pöblern

Bei dem Wahlkampf-Termin war auch uniformierte Polizei vor Ort

Foto: Freedom Parade mit Captain Futur

Mit einem Megafon in der Hand lief er auf den Innensenator zu und warf ihm vor, dass er „mit aller Härte und Brutalität gegen friedliche Demonstranten“ vorgehe. Geisel hörte zwar zu, reagierte aber nicht auf die Vorwürfe.

Er redete kurz mit einem Wahlhelfer, trat dann den Rückzug an. Den Störern wünschte Geisel ein „Schönes Wochenende“, lief dann (umringt von seinen Bodyguards) lächelnd zu seiner gepanzerten Dienst-Limousine und fuhr davon. Die Corona-Skeptiker pöbelten durchs Megafon: „Geisel ist am A…, Wasserwerfer Marsch.“

„Captain Future“ stellte ein Video der Aktion online, Titel: „Geisel geflüchtet“. War der schnelle Rückzug wirklich klug?

Das sagt Geisel

BILD traf Geisel am Sonntag am Rande eines Sportfestes im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Für ihn war die Aktion „ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“, so Geisel.

Aber warum entgegnete er „Captain Future“ nichts? „Diskussionen mit einem Mensch, der eine gelbe Augenbinde trägt und mir ein Megafon ins Gesicht hält, sind nicht möglich.“

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Der SPD-Politiker wurde von Bodyguards geschützt, fuhr in seinem Dienstwagen davon

Foto: Freedom Parade mit Captain Futur

Der Senator betont: „Es war einfach der Punkt, dass es eine weitere Eskalation gegeben hätte und ich ja auch Rücksicht zu nehmen habe auf die Menschen, die mich unterstützen.“

Ärgert sich Geisel über die Störer? „Mich ärgert, dass die Dialog-Fähigkeit verloren geht.“ Weitere Wahlkampf-Auftritte seien für ihn selbstverständlich: „Davon lasse ich mich nicht abschrecken!“

Wer ist dieser „Captain Future“?

Michael Brendel (43) fällt durch gelben Umhang und Maske sowie als Initiator der „Freedom Parade“ auf. Auf den „Tanz-Demos“ der Organisation wurde Techno gespielt, Hunderte kamen. Brendel (Veranstalter mit guten Verbindungen in die Party-Szene) nimmt regelmäßig an Demonstrationen der „Querdenker“ gegen die Corona-Regeln teil.

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