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Basketball-EM in Deutschland : Enthusiasmus in der Blase, doch leider nur dort

Das DBB-Team begeistert beim EM-Auftakt und gewinnt vor 18.000 Fans in Köln. Die breite Öffentlichkeit bekommt davon leider nicht viel mit. Ein Kommentar.

Basketball-EM in Deutschland : Enthusiasmus in der Blase, doch leider nur dort

Dennis Schröder ist der größte Star im deutschen Team.Foto: Federico Gambarini/dpa

Man kann wirklich nicht behaupten, dass es an Enthusiasmus fehlte zum Auftakt der Basketball-EM am Donnerstag. „Das war eine kranke Stimmung“, sagte Nationalspieler Niels Giffey nach dem überraschenden Sieg gegen Frankreich vor 18.000 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena. Basketball-Deutschland ist schon seit Wochen in EM-Stimmung, mit zahlreichen Podcasts, Interviews, Vorberichten. An der breiten Öffentlichkeit ist das bisher aber weitgehend unbemerkt vorbeigegangen. Leider, denn die deutsche Nationalmannschaft bot am Donnerstag beste Unterhaltung und hätte definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

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Doch das ist der Status quo in einem Land, das sich seit Jahren in Richtung Sport-Monokultur entwickelt und in dem manche Fußball-Regionalligaspiele mehr Beachtung bekommen als eine Basketball-EM. Natürlich gibt es Ausnahmen: Olympia, zuletzt die Leichtathletik-EM in München, vor etlichen Jahren mal ein großes Handball-Turnier.

Bei dieser Basketball-EM mit Vorrundenspielen in Köln und der Endrunde in Berlin wird es jedoch schwer, eine solche Euphorie zu erzeugen, dafür ist das Turnier einfach nicht präsent genug. Die Hallen werden zwar voll sein und die Basketball-Community hat die hervorragenden Übertragungen bei Magentasport durch die BBL sowie die Euroleague lieb gewonnen. Doch die ganz große Reichweite ist trotz der kostenfreien Livestreams der deutschen Spiele ohne ARD und ZDF vermutlich nicht zu erzielen.

Mit der Theorie vom Hype für eine Sportart, der durch einen großen deutschen Erfolg ausgelöst werden könnte, sollte man erst gar nicht anfangen, dieser wurde schon zigfach widerlegt. Vielleicht sollte sich die kleine, aber feine Basketball-Blase einfach an diesem Turnier erfreuen – und wenn das deutsche Team weiter so fantastisch spielt, schaltet bestimmt auch der eine oder andere Zuschauer mehr ein.

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