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Auftaktspiel gegen Bulgarien : Für das Nationalteam beginnt die WM-Qualifikation

Gegen Bulgarien beginnen die WM-Qualifikation und die Vorbereitung auf die EM in England. Für mehr Sichtbarkeit begleitet ein Kamerateam die Spielerinnen.

Auftaktspiel gegen Bulgarien : Für das Nationalteam beginnt die WM-Qualifikation

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hofft auf zwei klaren Siege.Foto: imago images

Sucht man Bulgarien, den ersten Gegner der deutschen Nationalmannschaft in der WM–Qualifikation in der Weltrangliste, muss man geduldig sein. Auf Platz 79 schließlich, zwischen Guatemala und Aserbaidschan, wird man fündig. So ging es offenbar auch dem Spielanalysten beim DFB. „Für das Trainerteam war es gar nicht so einfach, Spielszenen zu finden“, sagt Mittelfeldspielerin Melanie Leupolz. Ganze drei Spiele seien am Ende zusammengekommen.

Das letzte Aufeinandertreffen einer deutschen Nationalmannschaft mit Bulgarien fand im September 1990 in Rheine statt. Die heutige Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg wurde nach 60 Minuten ausgewechselt und von den aktuellen Nationalspielerinnen war noch keine geboren. Jetzt ist Bulgarien erstmals seit langer Zeit wieder bei einer WM-Qualifikation dabei.

Am Samstag startet die Nationalmannschaft (16.05 Uhr in der ARD) in Cottbus gegen Bulgarien in die Qualifikation für die Fußball-WM 2023 in Australien und Neuseeland. Schon am Dienstag (16.00 Uhr im ZDF) geht es in Chemnitz weiter. Hier heißt der Gegner Serbien.

„Wir wollen einfach selbstbewusst auftreten, den Gegner ganz klar dominieren und denen unser Spiel aufdrücken“, sagt Merle Frohms, die aktuelle Nummer eins im Tor. Besonders gegen Bulgarien ist mit viel Ballbesitz zu rechnen. „Wir hatten gestern eine taktische Einheit für einen tiefstehenden Gegner, weil wir der Meinung sind, dass Bulgarien mit allem, was sie haben, verteidigen“, so Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Anpassungen an den defensiven Gegner

Als Vorbild habe dabei auch das 2:0 der Männer-Nationalmannschaft gegen Liechtenstein gedient. Ziel sei es, den Gegner mit einem präzisen Passpiel ins Laufen zu bringen. Falls das klappt und die Offensivkräfte zu Erfolgserlebnissen kommen, könnte so ein vermeintlich schwacher Gegner langfristig auch zum Vorteil werden.

Auch personell wird es einige Anpassungen an den defensiven Gegner geben. Einige Spielerinnen sollen auf ungewohnten Positionen getestet werden. Die genaue Aufstellung wollte Voss-Tecklenburg aber noch nicht verraten, auch wenn die meisten Spielerinnen durch Einzelgespräche schon Bescheid wüssten. Besonders im zentralen Mittelfeld hat die Bundestrainerin ein Luxusproblem, auch, weil Dzsenifer Marozsan nach einem Dreivierteljahr Pause zur Nationalmannschaft zurückkehrt. Seit dem Sommer spielt die Ausnahmespielerin leihweise in den USA bei OL Reign. Dort habe sie nochmal eine ganz neue Art Fußball kennengelernt: „Athletisch ist es wirklich ein anderes Niveau. Ehrlich gesagt, ist es nicht der schönste Fußball“.

Auftaktspiel gegen Bulgarien : Für das Nationalteam beginnt die WM-Qualifikation

Jüngere Spielerinnen wie die Münchnerin Lina Magull sind zwar in ihren Vereinen höchst erfolgreich, warten aber noch auf einen…Foto: imago images

Am Anfang war es ein bisschen wie Tennis, habe sie den Trainerinnen gesagt. „Oft geht der Ball einfach übers Mittelfeld drüber. Das war eine extreme Umstellung.“ Besonders in der Defensive und was die Physis betrifft, könne sie aber in Übersee viel lernen. Olympiasiegerin und Europameisterin Marozsan gehört noch zu einer Generation deutscher Spielerinnen, für die Titel mit der Nationalmannschaft die Regel sind. Jüngere Spielerinnen wie Frohms, die Münchnerin Lina Magull oder Wolfsburgs Lena Oberdorf sind zwar in ihren Vereinen höchst erfolgreich, warten aber noch auf einen großen Erfolg in der A-Nationalmannschaft. Für die Olympischen Spiele in Tokio hatte sich das deutsche Nationalteam erstmals nicht qualifiziert.

Weitere Gruppengegner sind keine Schwergewichte

Weil außerdem die Europameisterschaft coronabedingt vom Sommer 2021 auf das Folgejahr verschoben wurde, dient die WM-Qualifikation gleichzeitig zur Vorbereitung auf das anstehende Turnier in England. „Wir haben die WM-Quali, die wir erfolgreich bestreiten wollen, haben aber natürlich auch den Blick in Richtung EM“, sagt Frohms. „Da ist es gar nicht schlecht, wenn wir uns da jetzt schon unter Wettkampfbedingungen drauf vorbereiten“. Der Druck im DFB-Lager steigt also: „Wir werden nicht mehr so viel rotieren, wie wir es in der vergangenen Saison gemacht haben“, sagt auch Co-Trainerin Britta Carlson.

Neben Bulgarien und Serbien trifft das DFB-Team in der Gruppe H außerdem auf Israel, die Türkei und Portugal – alles keine Schwergewichte im Frauenfußball.

Begleitet wird die Nationalmannschaft bis zur EM von einem Kamerateam der Film- und Fernsehgesellschaft Warner Bros, die eine Doku-Serie über die Mannschaft und den Alltag der Spielerinnen plant. „Wir haben alle eine Geschichte zu erzählen“, sagt Frohms. Das Team habe sich über die Möglichkeit gefreut. Dass mehr Sichtbarkeit dringend notwendig ist, zeigt sich auch bei den beiden anstehenden Länderspielen. In Cottbus und Chemnitz sind jeweils 5000 Zuschauer:innen zugelassen, aber der DFB erwartet nur knapp die Hälfte.

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