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Anstehende Verhandlungen mit Russland : Selenskyj bereit über neutralen Status der Ukraine zu sprechen

Der ukrainische Präsident meldet sich vor den Verhandlungen per Videobotschaft zu Wort. Über einen möglichen neutralen Status müsse abgestimmt werden.

Anstehende Verhandlungen mit Russland : Selenskyj bereit über neutralen Status der Ukraine zu sprechen

Delegationen aus Russland und der Ukraine am Verhandlungstisch.Foto: Maxim Guchek/dpa

Nach rund zweiwöchigen Friedensverhandlungen im Online-Format wollen die Delegationen aus der Ukraine und Russland nun wieder persönlich zusammenkommen. Für Dienstag und Mittwoch sei ein Treffen geplant, schrieb der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski am Sonntag auf Telegram.

Auch der ukrainische Unterhändler David Arachamija bestätigte auf Facebook ein geplantes persönliches Aufeinandertreffen – sprach allerdings vom Beginn bereits am Montag und nannte als Gastgeberland die Türkei. Von türkischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung.

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Putin und Erdogan hätten sich am Telefon unter anderem über den Stand der Verhandlungen ausgetauscht, erklärte das Präsidialamt in Ankara weiter. Erdogan habe erneut betont, dass ein sofortiger Waffenstillstand erreicht werden müsse.

Neutraler Status müsse zur Abstimmung gestellt werden

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist bei Sicherheitsgarantien durch dritte Parteien bereit, im Rahmen von Friedensverhandlungen mit Russland über einen neutralen Status seines Landes zu sprechen. Dieser müsse aber später zur Abstimmung gestellt werden, sagt Selenskyj in einer Videobotschaft. „Sicherheitsgarantien und Neutralität, nicht-nuklearer Status unseres Landes. Wir sind dazu bereit. Das ist der wichtigste Punkt“, ergänzt Selenskyj.

Eine Einigung mit Moskau sei nur möglich, wenn der Kreml seine Truppen abziehe. Außerdem spricht Selenskyj sich für einen vollständigen Austausch von Gefangenen mit Russland aus. Eine entsprechende Liste habe er übergeben. Die russische Medienzensurbehörde Roskomnadzor hatte die Medien des Landes zuvor davor gewarnt, das Interview mit Selenskyj zu verbreiten.

Erste Gespräche bereits in der Türkei ohne Fortschritte

Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar hatten Delegationen beider Länder mit Verhandlungen begonnen. Nach drei persönlichen Treffen im Grenzgebiet von Belarus wurden die Gespräche in Videoschalten abgehalten.

Die Ukraine fordert ein Ende der Kämpfe sowie einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt, dass Kiew auf einen Nato-Beitritt verzichtet, die Separatistengebiete im Osten des Landes als unabhängige Staaten sowie die russische Herrschaft über die annektierte Halbinsel Krim anerkennt.

In der Türkei hatten sich am 10. März bereits der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba und sein russischer Kollege Sergej Lawrow getroffen. Das Gespräch in Antalya brachte damals allerdings keine wesentlichen Fortschritte.

Moskau bestehe auf der Unterzeichnung eines „vollständigen Abkommens“, das seine Forderungen nach einer Neutralität, Demilitarisierung und „Entnazifizierung“ der Ukraine berücksichtige sowie auf Anerkennung einer russischen Souveränität der von Russland besetzten Krim und der Unabhängigkeit der eiden prorussischen „Republiken“ in der Ostukraine, sagte Medinski weiter. Kuleba sagte seinerseits, die ukrainische Delegation bestehe „zuallererst auf einer Waffenruhe, Sicherheitsgarantien und territorialer Integrität der Ukraine“. (dpa)

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