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Angeklagter jammert in Berliner Mord-Prozess: „Ein Mann hat keinen Wert in Deutschland“

Angeklagter jammert in Berliner Mord-Prozess: „Ein Mann hat keinen Wert in Deutschland“

Gul A. brachte seine Frau Zohra um. Am 6. Prozesstag schilderte er das Leben des Paares in Deutschland aus seiner Sicht

Foto: Olaf Wagner, Olaf Selchow Teilen Twittern Senden Von: Anne Losensky 16.12.2022 – 09:15 Uhr

Ein Afghane schlitzt in Berlin seiner Frau die Kehle auf. „In Deutschland hat der Mann keinen Wert“, sagt er.

Berlin – Tag 6 im Pankower Frauenmord-Prozess. Am 29. April 2022 stirbt Zohra (31) nach 13 Messerstichen und einem Kehlschnitt auf der Straße.

Gul A. (42) droht jetzt die Höchststrafe. Die eigenständige Lebensführung der sechsfachen Mutter habe ihn gekränkt, so die Mord-Anklage.

Angeklagter jammert in Berliner Mord-Prozess: „Ein Mann hat keinen Wert in Deutschland“

Zohra wurde nur 31 Jahre alt

Foto: Olaf Selchow

Gul A. bricht sein Schweigen – und stellt sich als Opfer dar:

„Ich bin Analphabet. Wir flohen vor den Taliban. Sie töteten Mutter und zwei Brüder. Schossen mir in den Hals. Das brachte meinen Kopf durcheinander. Ich bin mit Frau und Kindern los, was blieb uns weiter übrig.“

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Er verkaufte ein Haus, borgte sich Geld dazu für Schlepper. „Statt ein großes Schiff übers Meer war es nur ein Schlauchboot, wir banden die Baby-Zwillinge an unsere Schwimmwesten.“

„Anderthalb Jahre war mein Leben in Deutschland gut und glücklich. Wir bekamen 2600 Euro im Monat aufs Konto, die Geldkarte hatte meine Frau. Wir gingen zum Deutsch-Kurs, die Kinder zur Schule und zur Kita.“

„Ich frage, was mit dem vielen Geld passiert. Sie sagte, das geht mich nichts an. Verflucht noch mal, wir kamen nach Germany, damit die Kinder zur Schule gehen, aber doch nicht in zerrissenen Schuhen! Aber der Mann hat in Deutschland nichts zu sagen. Wieso hat die Frau hier Wert und der Mann nicht? Ich kam nach Germany und hier gibt mir die Frau nicht mal Geld, dass ich den Kindern was kaufe? Sie schickte das Geld ihren Eltern, die uns nie geholfen haben. Ich sagte: Die Regierung hier gibt uns das Geld für die Kinder. Wenn du selber arbeitest, kannst du soviel Geld schicken, wie du willst, aber nicht das Geld vom Amt für die Kinder!“

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