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Aktuelle Corona-Regeln in Berlin : Vieles ist wieder erlaubt – doch aufs Detail kommt es an

Die meisten Verbote sind weggefallen, doch es gibt weiterhin Maskenpflicht, Quarantäne und mehr. Neu ist die 2G-Regel. Die aktuellen Corona-Regeln in Berlin.

Aktuelle Corona-Regeln in Berlin : Vieles ist wieder erlaubt – doch aufs Detail kommt es an

Die neue Zauberformel: Wer sich für die 2G-Regel entscheidet, darf in seiner Bar auf Masken und Abstand verzichten.Foto: Axel Heimken/dpa

Fast im Wochenrhythmus haben sich die Corona-Regeln über viele Monate geändert. Die Einschränkungen waren drastisch, bis hin zum weitgehenden Lockdown des öffentlichen Leben. Nun aber gibt es weitreichende Öffnungen. Geimpfte und Genesene können vielerorts mit Erleichterungen rechnen, dank der nun möglichen 2G-Regel in Berlin. Der Blick ins Detail zeigt, was dabei immer noch zu beachten ist.

Die wohl größte Neuerung der aktuellen Corona-Verordnung ist die 2G-Option. Veranstalter, Gastronomen und Co. dürfen entscheiden, ob sie ihre Innenräume nur für geimpfte und genesene Personen (2G) öffnen – oder wie gehabt auch für Getestete (3G). Zwar konnten sie immer schon von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Zugang beschränken. Nun aber gibt es im Gegenzug Erleichterungen, wenn sie sich für 2G entscheiden: Masken- und Abstandspflicht entfallen dann.

„Von dieser Möglichkeit kann auch für einzelne Tage oder für begrenzte Zeiträume Gebrauch gemacht werden“, heißt es in der Berliner Corona-Verordnung (Stand 14. September). Das bedeutet: Restaurants etwa müssen sich nicht komplett für 2G-Regeln entscheiden. Sie können auch tage- oder stundenweise die 3G-Regeln anwenden. Wenn ein Restaurant oder ein Friseur die 2G-Regel anwendet, muss dies auf einem Schild erkennbar sein für die Kund:innen.

Kinder unter 12 Jahren sind von der 2G-Regel ausgenommen, sie müssen laut Senat aber negativ getestet sein, wenn sie etwa mit ihren Eltern in einem 2G-Restaurant essen. Kinder bis sechs Jahre brauchen keinen negativen Test. Für Kinder ab sieben Jahren entfällt die Pflicht ebenfalls, wenn sie regelmäßig in der Schule getestet werden.

Anders sieht es für Menschen aus, die sich aus krankheitsbedingten Gründen nicht impfen lassen können. Sie sind bei 2G-Veranstaltungen ausgeschlossen.

Keine 2G-Regel im Einzelhandel

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Eine Warteschlange vor der Kaufhof-Filiale am Berliner Alexanderplatz.Foto: John MACDOUGALL/AFP

Im Berliner Einzelhandel wird es keine 2G-Regel geben. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bei der Vorstellung der neuen Regelungen. Auch zu Veranstaltungen mit gesetzlicher Grundlage müssen Getestete weiter Zutritt haben. Dazu gehören etwa Wahlen, Betriebs- oder Parteiversammlungen oder Eigentümerversammlungen. Auch bei Gottesdiensten wird es keine 2G-Regel geben, wie es vom Senat hieß.

Gibt es noch Kontaktbeschränkungen?

Ja. Für private Treffen draußen gilt eine maximale Gästezahl von 100. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. Zum Beispiel für schulische Veranstaltungen im Freien. Hier dürfen mehr als 100 Personen zeitgleich anwesend sein.

Wo gibt es noch Abstands- und Maskenpflicht?

Die allgemeinen Hygienemaßnahmen gelten weiter. Das bedeutet: Im öffentlichen Raum muss man einen Abstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen halten. Ausgenommen sind Angehörige oder Menschen, zu denen direkter Kontakt notwendig ist (Beispiel Kita, Versorgung von Schwerstkranken, körpernahe Dienstleistungen). Wer Erkältungssymptome hat, soll seine Kontakte auf Mitglieder des eigenen Haushalts beschränken und die Symptome ärztlich abklären lassen.

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Eine FFP2-Maske muss getragen werden „in geschlossen Räumen von Fahrgästen bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel einschließlich der Bahnhöfe, Flughäfen und Fährterminals sowie sonstiger Fahrzeuge mit wechselnden Fahrgästen“. Das Personal öffentlicher Verkehrsmittel muss nur eine medizinische Maske (z.B. OP-Maske) tragen (ausgenommen die Fahrer:innen). Auch im Einzelhandel besteht Maskenpflicht, ferner auf Volksfesten und Jahrmärkten.

Bei körpernahen Dienstleistungen wie beim Friseur, im Kosmetikstudio, der Massagepraxis, im Tattoo-Studio oder ähnlichen Betrieben sowie in Sonnenstudios müssen Kund:innen eine FFP2-Maske tragen und das Personal eine medizinische Maske. Diese Pflicht entfällt, wenn der Betrieb die 2G-Regel anwendet. Allerdings: „Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege dürfen nur von Personen in Anspruch genommen werden, die negativ getestet sind“, heißt es in der Verordnung. Ausgenommen von der Testpflicht sind demnach medizinisch notwendige Behandlungen, insbesondere Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Podologie, Fußpflege und Behandlungen durch Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker.

Generell fällt die Maskenpflicht dann weg, wenn „sich Personen an einem ihnen zugewiesenen festen Platz aufhalten und in geschlossenen Räumen eine ausreichende maschinelle Belüftung sichergestellt ist“, schreibt der Senat.

Welche Quarantäneregeln gelten?

Aktuelle Corona-Regeln in Berlin : Vieles ist wieder erlaubt – doch aufs Detail kommt es an

Eine Mitarbeiterin im Testzentrum Kit Kat Club nimmt einen Nasenabstrich für einen Corona-Schnelltest.Foto: Kira Hofmann/dpa

Wer bei einem Schnelltest ein positives Ergebnis angezeigt bekommt, muss einen PCR-Test vornehmen lassen. Für den PCR-Test darf man die Wohnung verlassen. Sollte auch dieser Test eine Infektion mit dem Coronavirus anzeigen, ist man verpflichtet, auf direktem Wege nach Hause zu gehen und sich dort für 14 Tage zu isolieren.

Betroffene dürfen keinen Besuch empfangen, der nicht zum eigenen Haushalt gehört und stehen für die Dauer der Quarantäne unter Beobachtung des zuständigen Gesundheitsamts. Sobald sie mittels PCR-Test negativ getestet werden, endet die Quarantäne, spätestens aber zwei Wochen nach dem ersten positiven Schnelltest.

Muss man als Geimpfter oder Genesener auch in Quarantäne?

Ja, sofern man eine oder beide der folgenden Voraussetzungen erfüllt: Man ist nachweislich mit einer Variante des Coronavirus infiziert (eine Liste der Virusvarianten, die zu Quarantäne führen, finden Sie hier als PDF. Ausgenommen sind die Varianten VoC B1.1.7 und B.1.617.2). Oder man entwickelt innerhalb von 14 Tagen nach dem Kontakt zu einer positiv getesteten Person Symptome, „die auf eine Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert Koch-Instituts hinweisen“.

Welche Quarantäne-Regeln gelten an Schulen?

Schülerinnen und Schüler müssen für fünf Tage in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Wer als enge Kontaktperson gilt, ist in der Verordnung geregelt. Das zuständige Gesundheitsamt ist dafür zuständig, enge Kontaktpersonen auszumachen und zu kontaktieren. Zeigt der PCR-Test am sechsten Tag ein negatives Ergebnis, endet die Quarantäne.

Welche Regeln gelten beim Sport?

Sportstätten können individuell entscheiden, ob sie die 2G-Regel anwenden oder bei der 3G-Regel bleiben. Mehrere Berliner Sportverbände hatten bereits angekündigt, auch weiterhin getestete Menschen einzulassen.

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Bei Sport im Freien muss kein Mindestabstand eingehalten werden. Beim Sport in der Halle oder in Fitness- und Tanzstudios enfällt die Abstandspflicht ebenfalls – die Teilnehmer:innen müssen laut Verordnung aber negativ getestet sein.

Keinen negativen Test brauchen demnach Kinder unter 15 Jahre, wenn sie in einer festen Gruppe mit höchstens 20 Mitgliedern trainieren, Familien, die zusammen Sport machen (ohne dass andere Personen anwesend sind), Reha-Patient:innen, Profi-Sportler:innen sowie Bundes- und Landeskader-Athlet:innen. Die Studios müssen ein Hygienekonzept haben und auf dessen Einhaltung achten (u.a. maximale Besucherzahl).

Was muss man in Schwimmbädern beachten?

In Schwimmbädern gelten dieselben Regeln wie bei Indoor-Sport. Auch Schwimmbäder können sich für die 2G-Regel entscheiden. Saunen und Thermen dürfen (wenn diese nicht ohnehin die 2G-Regel anwenden) nur von negativ Getesteten besucht werden. Aufgüsse und Dampfbäder sind nur unter 2G-Regeln erlaubt.

Was gilt bei anderen Freizeitaktivitäten?

Aktuelle Corona-Regeln in Berlin : Vieles ist wieder erlaubt – doch aufs Detail kommt es an

In kleinen Kreisen: Berliner:innen genießen die Sonne im Gleisdreieckpark.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Freizeitparks, andere Betriebe für Freizeitaktivitäten sowie Spielhallen, Spielbanken, Wettbüros dürfen, soweit geschlossene Räume betroffen sind, nur von Besucherinnen und Besuchern aufgesucht werden, die negativ getestet sind. Es besteht Maskenpflicht, wenn man sich nicht an einem fest zugewiesenen Platz aufhält. Im Zoologischen Garten, einschließlich des Aquariums, im Tierpark Berlin Friedrichsfelde und im Botanischen Garten entfällt die Maskenpflicht, wenn der Mindestabstand jederzeit eingehalten werden kann.

Welche Regeln gelten in Clubs?

Wer an Partys in geschlossenen Räumen teilnehmen will, muss geimpft oder genesen sein. Getestete Personen haben Zutritt zu Freiluft-Tanzveranstaltungen. In öffentlichen Grünanlagen besteht weiter ein Alkoholverbot.

Was muss man bei Kulturangeboten beachten?

Kinos, Theater, Opernhäuser und Konzerthäuser dürfen sich für die 2G-Regel entscheiden. Gilt die 3G-Regel, besteht Maskenpflicht. Masken müssen auch in Galerien, Gedenkstätten sowie Bibliotheken und Archiven getragen werden.

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Finden die Kulturveranstaltungen draußen statt und kann der Mindestabstand eingehalten werden, entfällt die Maskenpflicht.

Was gilt für Veranstaltungen?

Veranstaltungen im Freien mit mehr als 2000 zeitgleich Anwesenden sind verboten. Drinnen dürfen es maximal 1000 zeitgleich Anwesende sein. Wenn allerdings eine maschinelle Belüftung gewährleistet ist und die Hygienebestimmungen der zuständige Senatsverwaltung eingehalten werden, sind drinnen bis zu 2000 Menschen erlaubt.

Wie viele Teilnehmer sind bei Großveranstaltungen erlaubt?

Generell dürfen bei Großveranstaltungen maximal 25.000 Teilnehmer:innen anwesend sein.

Was gilt es bei touristischen Angeboten zu beachten?

Sofern diese in geschlossenen Räumen stattfinden, müssen Teilnehmer:innen negativ getestet sein. Falls die Angebote unter der 2G-Regel laufen, entfallen Abstands- und Maskenpflicht. Hotelübernachtungen sind nur für Personen erlaubt, die einen tagesaktuellen, negativen Test vorweisen können. Jeden dritten Tag ihres Aufenthalts müssen sie einen neuen, negativen Test vorweisen.

Letzte Öffnungsverbote fallen weg

Mit der neuen Corona-Verordnung öffnen auch die letzten gesellschaftlichen Bereiche wieder. Seit 18. September sind sexuelle Dienstleistungen wieder erlaubt – allerdings nur unter 2G-Regeln.

Welche Regeln gelten für Besuche im Krankenhaus oder Pflegeheim?

Besucher:innen in Kliniken und Pflegeheimen müssen negativ getestet sein – egal, wen sie besuchen. In Krankenhäusern müssen Besucher:innen zudem eine FFP2-Maske tragen, in Pflegeheimen eine medizinische Maske.

Was gilt in Büros?

In Büros und Verwaltungsgebäuden besteht für Beschäftigte sowie Besucher:innen eine Maskenpflicht, es sei denn sie halten sich an einem festen Platz auf oder können den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Private und öffentliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, einschließlich der Justiz, sind verpflichtet, ihren Mitarbeiter:innen (die ihre Arbeit mindestens zum Teil an ihrem Arbeitsplatz in Präsenz verrichten), zweimal pro Woche einen kostenlosen Antigen-Schnelltest bereitzustellen und die Testung zu organisieren. Es reicht aus, wenn Arbeitgeber ihren Angestellten einen Selbsttest aushändigen.

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