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101-Jähriger angeklagtSS-Wachmann hält Gericht zum Narren

Josef S. leugnet Dienst im KZ Sachsenhausen weiter – obwohl ein Brief das belegt

101-Jähriger angeklagtSS-Wachmann hält Gericht zum Narren

Elfter Prozesstag um KZ-Wächter Josef S., inzwischen 101 Jahre alt

Foto: Ufuk Ucta Teilen Twittern SendenVon: MAtthias Lukaschewitsch 26.11.2021 – 10:42 Uhr

Brandenburg (Havel) – Die Ausflüchte und Ausreden, die der 101-jährige SS-Wachmann Josef S. im Prozess um das Morden im KZ Sachsenhausen vorbringt, werden immer schlimmer!

Auch am Donnerstag – am 11. Prozesstag – leugnete er wieder, dass er in der Vernichtungsmaschinerie von Sachsenhausen als SS-Scherge Dienst getan hat und an Mord in 3518 Fällen beteiligt gewesen sein soll.

101-Jähriger angeklagtSS-Wachmann hält Gericht zum Narren

Kurz vor seinem Dienstantritt in der SS-Wachkompanie: Josef S. im Alter von 21 Jahren

Obwohl ein Brief, den Historiker Stefan Hördler vor Gericht präsentierte, das eindeutig belegt. In dem Dokument von 1942 schreiben die Eltern von Josef S. an eine Nazi-Dienststelle: „Wir müssen anmerken, dass unserer Sohn Josef zur Zeit bei der SS in Oranienburg tätig ist.“

Für die Eltern ging es in dem Brief um die Rückkehr nach Litauen, von wo sie zuvor als Litauendeutsche vor den russischen Besatzern geflüchtet waren.

Doch Josef S. schüttelte vehement den Kopf: „Nee, war ich nie nich bei der SS.“

Richter Udo Lechtermann konnte seinen Unmut kaum noch verbergen, fragte den greisen Angeklagten: „Wollen Sie also wirklich weiter behaupten, dass Sie nicht bei der SS in Sachsenhausen gedient haben?“

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